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Kreis Pinneberg : Flüchtlingszahlen ab Dienstag so hoch wie nie

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Zahl der Asylsuchenden soll diese Woche auf knapp 2090 steigen. Das sind mehr als beim Allzeithoch von 1992.

Kreis Pinneberg | Noch nie gab es so viele Flüchtlinge im Kreis Pinneberg wie im Dezember 1992. Damals lebten dort 2028 Asylsuchende. Morgen wird dieser Höchstwert überschritten, wie der Sprecher des Kreises, Oliver Carstens, dieser Zeitung auf Anfrage mitteilte. „Am Freitag liefen im Kreis Pinneberg 2002 Asylverfahren“, sagte Carstens. Und die Kreisverwaltung sei vom Land Schleswig-Holstein bereits darüber informiert worden, dass heute weitere 20 Menschen aus den Erstaufnahmestätten im Kreis ankommen werden, morgen würden es noch einmal 28 sein. Dann wird die seit 23 Jahren bestehende Rekordzahl an Flüchtlingen durch eine neue ersetzt. Und sie wird laut Kreissprecher Carstens in den kommenden Wochen und Monaten weiter steigen.

Am Ende dieser Woche leben voraussichtlich knapp 2090 Asylsuchende im Kreis Pinneberg. „Genau lässt sich die Zahl noch nicht festlegen“, sagte Carstens. Denn wenn man von der Zahl der Flüchtlinge im Kreis spreche, dann meine man damit die Zahl derjenigen, deren Asylverfahren aktuell laufe. Allerdings würden täglich Verfahren abgeschlossen. „Dabei handelt es sich aber um eine Anzahl im einstelligen Bereich“, sagte Carstens. Morgen wäre also definitiv der Tag, an dem ein neuer Rekord von Flüchtlingsaufnahmen aufgestellt werde. Bis zum Jahresende erwarte der Kreis wöchentlich mehr als 100 Neuankömmlinge. Bis Donnerstag, 1. Oktober, werden es in dieser Woche 95 Menschen sein, die hoffen, in der Region eine neue Heimat zu finden.

14 Wochen bleiben noch bis zum Jahresende. Rechnet man die Zahlen hoch, dann würden im Dezember 2015 etwa 2800 Menschen im Kreis Pinneberg leben, die einen Antrag auf Asyl gestellt haben, also zirka 800 mehr als es derzeit sind.

Doch bereits jetzt sind die Unterkünfte im Kreis Pinneberg knapp; und diejenigen, über deren Asylantrag entschieden wurde, benötigen auch weiterhin Wohnraum. Diesen zu schaffen, ist ein Thema, das den Kreis und die Kommunen auch in den kommenden Wochen beschäftigen wird.

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erstellt am 28.Sep.2015 | 10:00 Uhr

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