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Infoabend in Halstenbek : Flüchtlingskrise in Deutschland

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Infoabend im Halstenbeker Rathaus mit Bürgermeisterin und Ehrenamtlichen. Wohnungen dringend gesucht.

von
erstellt am 16.Okt.2015 | 11:00 Uhr

Halstenbek | Deutschland als rettende Insel von Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung – kein anderes Thema bewegt Menschen zurzeit mehr. Auch in Halstenbek bindet die Willkommenskultur Verwaltung und Ehrenamt in unbekannter Größenordnung. Doch während in anderen Teilen des Landes die Stimmung kippt, halten die Verantwortlichen an ihrer Devise fest: zu helfen, wer Hilfe benötigt. Eine öffentliche Veranstaltung zur Willkommenskultur sorgte jüngst für einen vollen Sitzungssaal des Rathauses an der Gustavstraße.

Marlies Schlobohm übernahm die Moderation des Abends, Bürgermeisterin Linda Hoß-Rickmann und Susanne Dietrich, Leiterin des Ressorts Bürgerservice, berichteten anfangs aus erster Hand über Krisen-Treffen mit Landrat Oliver Stolz und Bürgermeistern des Kreises Pinneberg. Die Hoffnung aller, dass sich die Lage entspannen könnte, liege darauf, dass laut Hoß-Rickmann „es mehr Geld und Unterstützung für die Kommunen und Zuweisungen von Asylbewerbern erst nach Erstaufnahme geben wird.“ Des Weiteren appellieren die Verantwortlichen dafür, dass es künftig keine Zuweisung von Menschen aus „sicheren“ Herkunftsländern geben solle.

Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache: „Bis Jahresende werden voraussichtlich noch etwa 120  Asylbewerber, die Wohnmöglichkeiten benötigen, zu uns kommen.“ Etwa 150 sind bereits registriert. Bisher konnten die Asylbewerber dezentral im gesamten Ort Halstenbek untergebracht werden. Trotzdem wurde von Dietrich der dringende Appell ausgegeben: „Wenn jemand Wohnraum zu vermieten hat oder jemanden kennt, der Räume zu vermieten hat, mögen sich bitte dringend in der Verwaltung bei Susann Podschus unter Telefon 04101-491157 melden.“

Die Zuhörer spitzten die Ohren, als verkündet wurde, möglichste keine Sammelunterkünfte einzurichten. Doch noch im Oktober würde laut Verwaltung das „A23“, der ehemalige Jugendtreff und VHS-Anlaufstelle, von Flüchtlingen bezogen werden.

Es ist ein Abweichen von den ursprünglichen Plänen: „Aber aufgrund der Situation werden die für die Studenten dort geplanten Räume vorerst für die Unterbringung der Flüchtlinge benötigt“, verkündete Dietrich während der Infoveranstaltung. Der dort vorhandene Gemeinschafts- und Veranstaltungsraum könne dann für viele Aktivitäten wie Kochen, Basteln und Tanzen genutzt werden. Ideen hierzu nimmt Miriam Utz, Koordinatorin der ehrenamtlichen Helfer der Gruppe „Willkommen in Halstenbek“, entgegen.

Betont wurde auch, dass für Sachspenden und Erstausstattungen der Asylbewerber die Gemeinde ein Lager angemietet hat. Die Hauswarte organisieren die Annahme und die Ausgabe. Wer Möbel spenden möchte, kann sich unter beer@halstenbek.de melden. Spendenannahmestelle für kleinere Dinge ist weiterhin die Kleiderkammer an der Gustavstraße – die ehemalige Bücherei – jeweils am Mittwoch zwischen 9 bis 11 Uhr. Auch Lilly Kerbel vom Diakonieverein Migration dankte den ehrenamtlichen Helfern und bat darum, Behördengänge und Schriftwechsel für die Asylbewerber mit ihr abzustimmen, damit es nicht zu Missverständnissen und Terminüberschneidungen bei den einzelnen behördlichen Stellen kommt.

Die Ehrenamtskoordinatorin Utz bat um den Einstieg in die zweite Runde bei Patenschaften, „die so wichtig sind, damit sich die Asylbewerber in Halstenbek zurecht finden und einen Ansprechpartner haben.“ An Aktivitäten herrsche kein Mangel, betonte Utz. Dazu gehören Fahrten zur Tafel nach Schenefeld und Ausflüge der Ideenwerkstatt Halstenbek, Sport, die Fahrradwerkstatt und Kleiderkammer, Sprachpartnerschaften, Deutschnachhilfe und Deutschkurse von Ehrenamtlichen. Utz regte in diesem Zusammenhang an, eine Weihnachtsfeier zu veranstalten und bittet um Hilfe und Vorschläge. Auch von Seiten der Büchereileiterin Heidrun Tummoßeit wurden Ideen für Aktionen mit Kindern und Eltern vorgestellt. Dazu gehören aktuelle Pläne wie vorlesen und basteln. Jessica Thomsen vom Jugendtreff „JubA  23“ berichtete, dass bereits jugendliche Asylbewerber – maximal 30 Jahre alt – an die Bahnhofstraße kommen würden.

Des Weiteren ist in Planung, auf der Homepage der Gemeinde – www.halstenbek.de – die Aktionen des Ehrenamtes wiederzugeben. Miriam Utz, Koordinatorin der ehrenamtlichen Helfer der Gruppe „Willkommen in Halstenbek“, ist unter Telefon 0151-59873194 sowie im Internet unter Willkommen-in-Halstenbek@ gmx.de zu erreichen.

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