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Pinneberger Tageblatt

17. Oktober 2017 | 17:46 Uhr

Hasloh : Flüchtlinge werden teuer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Mietverträge für 15 Unterkünfte geplatzt. Renovierung des Pastorats weiter unklar.

von
erstellt am 05.Feb.2016 | 13:15 Uhr

Hasloh | Die Unterbringung von Flüchtlingen stellt Hasloh weiterhin vor große Probleme. Wie am Mittwochabend im Bauausschuss bekannt wurde, sind die Verträge für 15 fest eingeplante Plätze für Asylbegehrende geplatzt. Unklar ist zudem, ob überhaupt und wann 20 Personen ins Pastorat einziehen können. Damit müssen 47 Personen zum Preis von etwa 25 Euro pro Tag in pensionsähnlichen Einrichtungen außerhalb wohnen.

Die Sozialausschussvorsitzende Anne Worthmann (CDU) machte keinen Hehl aus ihrem Unmut: „Wir haben keinen Vertrag für die Doppelhaushälfte, keinen Vertrag für die Zwei-Zimmer-Wohnung und das alte Pastorat wurde nicht ansatzweise angefasst – ich bin frustriert und ziemlich sauer“, fasste sie vor den Mitgliedern und etwa 20 Besuchern des Bauausschusses ihren Sachstandsbericht zusammen. Lediglich vier Personen seien momentan im Wiegehaus untergebracht, in knapp zwei Wochen sollen weitere acht Asylbegehrende in den Räumen des Gemeindezentrums eine Bleibe finden.

„Die Renovierung des Pastorats sollte in der Umsetzung oberste Priorität haben – auch für den Bauausschuss. Schließlich rechnen wir bis Ende des Jahres mit 100 Menschen, die unserer Gemeinde zugewiesen werden“, sagte Worthmann weiter. Sie forderte eine Arbeitsgruppe, die die Pläne vorantreibe.

„Die Anmietung von Wohnungen ist ganz klar gescheitert – ich habe schon vor sechs Monaten angeregt, über Container, Holz- oder Fertigbauhäuser nachzudenken“, sagte Horst Rühle (CDU). „Wir haben große Probleme mit der Anmietung“, bestätigte Bürgermeister Bernhard Brummund (SPD), der jedoch noch Hoffnung hegte, das leer stehende Doppelhaus anmieten zu können.

„Trotzdem haben wir immer noch viel zu wenig Plätze – was, wenn sich herausstellt, dass der Aufwand, um im Pastorat 20 Plätze zu schaffen, unverhältnismäßig ist?“, fragte Worthmann. Selbst, wenn es klappen würde, dort zügig zu renovieren, sei es damit nicht getan. „Der Bauausschuss muss jetzt konkret Grundstücke evaluieren und festlegen – im Moment benötigen wir nicht 50, sondern 90 zusätzliche Plätze“, stellte Worthmann klar. „Wir müssen parallel arbeiten“, forderte auch Gemeinderat Kay Löhr (FDP), der ebenfalls schon vor Monaten die Suche nach Standorten für Holzbauten vorgeschlagen hatte.

Auf Anregung von Eckhart Stapelfeldt (FDP) wurde dazu eine gemeinsame Sondersitzung des Bau- und des Sozialausschusses anberaumt. Termin ist am Montag, 15. Februar, um 19 Uhr. Dort gefasste Beschlüsse könnten dann einen Tag später vom Gemeinderat bestätigt werden.

Für die ersten beiden Monate übernehmen Bund und Land die kompletten Kosten. Danach wird nur noch so viel erstattet, wie es bei Beziehern von Hartz IV der Fall wäre (Mietobergrenze). Bei einer einzelnen Person liegt diese Obergrenze bei 450 Euro. Die pensionsähnliche Unterbringung kostet etwa 750 Euro monatlich. Die Differenz von 300 Euro muss die Gemeinde aufbringen.


 

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