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Torensch : Flüchtlinge sollen in das Gebäude des ehemaligen Penny-Marktes einziehen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wohnungsmangel: Die Stadt Tornesch will 400 Quadratmeter großen ehemaligen Penny-Verkaufsraum für Flüchtlinge nutzen.

Tornesch | Die Stadt Tornesch will ab dem kommenden Jahr Flüchtlinge in dem Gebäude eines ehemaligen Penny-Discounters an der Willy-Meyer-Straße unterbringen. Das teilte Bürgermeister Roland Krügel am Mittwoch während des Bauausschusses mit. Das Gebäude steht leer und gehört der Stadt. 400 Quadratmeter groß ist die Fläche.

Bisher gelang es der Verwaltung noch, die ankommenden Flüchtlinge dezentral in Wohnungen unterzubringen. Ende des Jahres stößt die Stadt jedoch nach Angaben des Bürgermeisters an ihre Grenzen. Wie viele Menschen in dem ehemaligen Discounter untergebracht werden können, sei noch unklar. Krügel: „Wir haben das ja auch noch nie gemacht.“ Im Kreis Pinneberg ist Tornesch mit diesem Vorstoß bisher allein. Ausgehend von Beispielen in Hamburg könnten in der Unterkunft zwischen 30 und 40 Menschen untergebracht werden. 

Krügel sagt, er habe keine andere Wahl. „Es geht nicht anders. Wir müssen vorbereitet sein, wenn die Menschen vor der Tür stehen. Wir können sie nicht im Regen oder im Schnee stehen lassen.“ Krügel rechnet damit, dass zwischen 100und 150 Flüchtlinge noch in diesem Jahr Zuflucht in Tornesch suchen. Wöchentlich kämen etwa 15 Menschen an.

Discounter wird zur Zuflucht

Bürgermeister Roland Krügel (CDU) wirkt ratlos. Und das ist eigentlich nur selten der Fall. Jede Woche nimmt seine Verwaltung um die 15 Flüchtlinge auf, sagt er. Nun gehen der Stadt so langsam nicht nur der Wohnraum, sondern auch die Ideen aus. Zwar gibt es noch einige Wohnungen, die die Stadt anmieten kann, aber nicht mehr viele. Eine ehemalige Obdachlosenunterkunft an der Pinneberger Straße solle beispielsweise wieder genutzt werden. „Aber das bringt uns nur was für 24 Stunden“, sagt Krügel. Deshalb will er im nächsten Jahr einen Schritt gehen, den sich noch kein Bürgermeister im Kreis Pinneberg getraut hat. Er will in einem Gebäude, in dem früher der Discounter Penny seine Geschäfte machte, Flüchtlinge unterbringen.

Die sanitären Anlagen müssten dafür aber umgebaut werden, erklärt Krügel. 400 Quadratmeter stünden zur Verfügung. Zu einer möglichen Belegung will sich Krügel noch nicht äußern. Ausgehend von anderen Beispielen, bei denen leer stehende Hallen wie aktuell in Hamburg genutzt werden, könnten zwischen 30 und 40 Flüchtlinge in dem Gebäude in Tornesch unterkommen.

 

Bis zum Jahresende kommen laut Krügel nach bisherigen Schätzungen zwischen 100 und 150 Flüchtlinge. 160 Asylbewerber leben derzeit in der Stadt. Krügel sieht aktuell keine andere Möglichkeit, als den ehemaligen Penny-Markt zu nutzen. „Ich kann die Leute nicht im Schnee oder im Regen stehen lassen. Und wir wollen ungern an die Sporthallen ran“, sagt der Verwaltungschef.

Er hält die Verteilung nach Einwohnerstärke für falsch. Im Hamburger Umland herrsche ohnehin Wohnungsknappheit. „Das ist alles dilettantisch geregelt. Wir kriegen im Kreis Pinneberg in einer Woche so viele neue Flüchtlinge wie der Kreis Nordfriesland insgesamt hat. Die Verteilung ist nicht sachgerecht.“

Die Halle an der Willy-Meyer-Straße sollte laut Krügel eigentlich abgerissen, das Areal neu beplant werden. Das Ziel sei aber weiterhin, die Menschen dezentral unterzubringen. „Das haben wir auch bisher geschafft. Das hat funktioniert.“ Etwa Anfang nächsten Jahres würde die Stadt aber an ihre Grenzen stoßen und müsste auf die Notlösung zurückgreifen.

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erstellt am 09.Okt.2015 | 12:30 Uhr

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