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Bönningstedt : Flüchtlinge: So sieht es im Ort aus

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

120 Bönningstedter besuchen Bürgerversammlung.

von
erstellt am 06.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Bönningstedt | „Willkommen in Ellerbek“, hat Bönningstedts Bürgermeister Peter Liske (BWG) mit einem Augenzwinkern die etwa 120 Bürger begrüßt, die am Donnerstagabend der Einladung zur Einwohnerversammlung ins Restaurant Montenegro – Bei Sabina gefolgt waren. Für die Sitzung außerhalb des Gemeindegebiets habe er eine Sondergenehmigung erhalten, da in Bönningstedt kein adäquater Raum zur Verfügung stehe.

Bevor Liske auf das Thema des Abends zu sprechen kam – Flüchtlinge in Bönningstedt – ließ er die Bürger über einen Antrag der stellvertretenden Bürgermeisterin Anke Rohwer-Landberg (BfB) abstimmen: „Wer dafür ist, dass wir auch in Zukunft diesen Ort als Sitzungsraum nutzen können, hebe die Hand“, forderte Liske auf. Das Ergebnis war eindeutig: Nur zwei Gegenstimmen und sieben Enthaltungen zählte der Bürgermeister.

In seinem Sachstandsbericht veranschaulichte Liske den Umgang mit inzwischen 71 Asylbewerbern, die der Gemeinde zugeordnet sind. „Wir haben derzeit acht Wohnungen für die dezentrale Unterbringung, mit fünf weiteren Vermietern bin ich im Gespräch“, berichtete der Bürgermeister. Momentan habe er die Wohnungssituation „einigermaßen im Griff“, es sei jedoch schwierig, sinnvoll vorzusorgen. „Ich kann nur weiterhin darum bitten, der Gemeinde Wohnraum zur Verfügung zu stellen – auch einzelne Zimmer helfen uns weiter“, so Liskes Appell.

Volker Dentzin, Fachbereichsleiter Einwohnerangelegenheiten aus Quickborn, beschrieb die veränderten Herausforderungen, die sich im Lauf des vergangenen Jahren ergeben hätten. „Viele der Menschen, die jetzt hier sind, bekommen voraussichtlich ein Bleiberecht“, sagte er. Entsprechend müssten die Bemühungen für eine erfolgreiche Integration verstärkt werden.

Für das elfköpfige Wilkommen-Team berichtete Pastor Christoper Fock von der Bönningstedter Simon-Petrus-Kirchengemeinde. „Wir sind ein interkonfessioneller bunter Haufen und kümmern uns um die Menschen“, betonte der Pastor. Anhand zahlreicher Beispiele zeigte Fock auf, an welchen Stellen die Flüchtlinge Hilfe im Alltag benötigten. „Wir kommen personell langsam an unsere Grenzen – konkret brauchen wir Betreuer, die dienstags von 14.45 bis 18.45 Uhr während des Sprachkurses Kinder betreuen“, sagte Fock.

Während der anschließenden Fragestunde wurde schnell deutlich, dass Bönningstedts Bürger unaufgeregt und pragmatisch mit der Situation umgehen: Statt Ängsten und Sorgen formulierten sie Ideen und Vorschläge, wie noch besser zu helfen sei.

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