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Pinneberger Tageblatt

23. September 2017 | 04:17 Uhr

Flickarbeiten auf Helgoland

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Deich der Hauptinsel und Düne nach Orkan Xaver im Herbst beschädigt / Ministerium entwirft Pläne zum Schutz des Flugplatzes

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 13:04 Uhr

Umgestürzte Bäume, blockierte Bahngleise, Land unter im Norden Schleswig-Holsteins: Im vergangenen Herbst sind mit Christian und Xaver zwei gewaltige Orkane über Nordeuropa gebraust.

Auf Helgoland, Außenposten des Kreises Pinneberg in der Nordsee, hat Xaver schwere Schäden hinterlassen. Mehrere Sturmfluten hatten nach Auskunft des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN), auf dem Inselteil Düne Sand abgetragen, Dünen hinterspült und Deichanlagen auf der Hauptinsel beschädigt. Nun haben Gemeinde und LKN mit den Flickarbeiten begonnen. Die Sommersaison der Urlaubsinsel soll das nicht beeinträchtigen, wie der Helgoländer Bürgermeister Jörg Singer auf Anfrage mitteilte.

Bereits im Dezember hatten Experten des LKN die Wunden begutachtet, welche Wasser und Sturm gerissen hatten. Nun liegen erste Ergebnisse vor. „Die Sturmflut am 6. Dezember auf Helgoland hat zu dem zweithöchsten gemessenen Sturmflutwasserstand geführt“, sagte Fabian Lücht, Fachbereichsleiter beim LKN.

Diese Schäden haben die Experten laut Lücht festgestellt: Auf dem Inselteil Düne wurde die im Laufe der vergangenen Jahre aufgebaute Vordüne am Nordstrand komplett abgetragen, die Randdüne bricht stellenweise ab. Die Ostmole wurde hinterspült. Am Oststrand wurde ein Wall aus Flintstein angegriffen, das dahinterliegende Dünental weiträumig überspült. Auf der Hauptinsel waren die Schäden weniger gravierend. Die seeseitige Böschung des Deiches wurde angegriffen. Außerdem wurde der Durchgang einer Hochwasserschutzwand hinterspült.

Die Gemeinde hat beim LKN Fördergeld beantragt, dessen Summe im sechsstelligen Bereich liegt. Genaue Angaben zur Schadenssumme machten weder Gemeinde noch LKN. Nun soll als erstes der Nordstrand gesichert werden. „Die größten Sandbewegungs-Maßnahmen auf der Badedüne sind abgeschlossen. Gemeinsam mit unseren Urlaubsgästen und hilfsbereiten Offshoretechnikern werden wir im Projekt ,Helfende Hände’ etwa 20 000 Bund Birkenbusch setzen und 22 000 Stück Strandhafer pflanzen“, sagt Singer. In einer Machbarkeitsstudie werde nun geprüft, wie auch die Landebahn auf der Düne dauerhaft gesichert werden könne.

Ole Schröder (CDU), Bundestagsabgeordneter aus dem Kreis Pinneberg und Staatssekretär im Bundesinnenministerium, hatte im Dezember in einer Pressemitteilung Sandvorspülungen nach dem Vorbild Sylts (siehe Infokasten) gefordert. Dazu sagt Frank Barten, Geschäftsbereichsleiter beim LKN: „Diese Forderung ist mir nicht bekannt.“ Schröder hatte sich nach eigener Auskunft telefonisch beim Bürgermeister über die Schäden informiert. Sie hätten zwar ohne Vorspülungen behoben werden können. Doch Schröder teilt mit: „Langfristig sind Sandvorspülungen nötig, um Verluste zu kompensieren.“

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