Flexibilität bei der Kinderbetreuung

Grüne starten Umfrage „Kind sein und jung sein in Schenefeld“ / Hamburger Modell: Freitags die Abholtermine für kommende Woche angeben

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17. März 2018, 16:00 Uhr

Eines wurde deutlich beim „Jour Fixe“ im Juks: Die Schenefelder Eltern möchten eine Flexibilisierung der Kinderbetreuung. Die Grünen hatten zum Meinungsaustausch „Kind sein und jung sein in Schenefeld“ geladen und in die Runde gefragt, wie es bei den Familien läuft.

Die Eltern antworteten sehr klar, dass sie das praktizierte starre System der Berechtigungsscheine nicht wollen. In Zeiten fortschreitender beruflicher Flexibilisierung müsse sich auch die Kinderbetreuung anpassen. Zumal praktikable Beispiele in direkter Nachbarschaft funktionieren.

Eine Mutter berichtete, dass sie ihr Kind zeitweise in einer Hamburger Kita untergebracht hatte und wöchentlich auf die Familien- und Jobsituation reagieren konnte: „Das war völlig problemlos. Immer freitags musste ich angeben, wann ich mein Kind in der darauffolgenden Woche abhole. Ein Traum.“

Grundsätzlich fühlen sich Schenefelder Eltern von der Politik allein gelassen und fragten: „Vor drei Jahren wurde hier doch eine große Umfrage zum Thema Kita gemacht. Was ist mit den Ergebnissen? Was mit der Umsetzung? Wir Eltern stoßen etwas an und man hört jahrelang nichts.“ Der Frust war ihnen anzumerken.

Grünen-Ratsherr Gerd Schwarz, Mitglied der Schenefelder „Arge Kita“, sagte: „Wir nehmen die Sache ernst. Das Thema mit der Flexibilität steht obenan, wird aber von Kita zu Kita unterschiedlich gehandhabt. Das System ist von der Politik vorgegeben.“ Grünen-Chef Mathias Schmitz ist an einem lösungsorientierten Vorankommen interessiert: „Wir müssen uns schlau machen über die vom Land vorgegebenen Barrieren. Und wir sollten auch die anderen Parteien erreichen.“ Er schlug ein erneutes Treffen nur zum Thema Flexibilisierung vor.

Auch die Situation der Schüler wurde thematisiert. Den Eltern sei wichtig, dass sie den digitalen Anschluss nicht verlieren. Schmitz machte Hoffnung: Alle Klassenräume in Schenefeld würden jetzt modernisiert. Das größte Projekt sei die Sanierung des Schulzentrums, die demnächst starte. „Wenn das geschafft ist, kann man an die Digitalisierung herangehen“, sagt er und ruft die Eltern auf, am 29. März zum Bauausschuss zu kommen, um sich zu informieren.

Auch zu den Spielplätzen in Schenefeld schilderte Schmitz seinen Eindruck und zeigte den Anwesenden auf dem Smartphone Fotos: „So etwas Trostloses habe ich lange nicht mehr gesehen. Langeweile und Einöde wohin man blickt. Und nirgendwo Kinder.“ Die Eltern stimmten zu, sahen den Grund des Kindermangels aber nicht nur in der Unattraktivität, sondern auch in der Schenefelder Situation, dass viele Familien einen eigenen Garten hätten und die Kinder dort spielen würden.

Schwarz: „Der Haushalt hat für Spielplätze nur einen Jahresbetrag von 18 000 Euro vorsehen. Wir gehen die Spielplätze einmal jährlich ab und auch im Sozialausschuss sind sie jedes Mal Thema.“ Zielführende neue Herangehensweisen wurden aber bisher nicht entwickelt. Das wollen die Grünen ändern. Sie möchten mehr als Schaukel und Wippe, denken eher an Baggermatsch, Wasserläufe, Höhlen und Hügel – und präsentierten einen Flyer, der Kindern die Frage stellt: „Wie soll mein Spielplatz sein?“ Die Frage-Flyer werden in den kommenden Wochen verteilt, die Ergebnisse zusammengetragen. Schmitz: „Bevor man Geld ausgibt, braucht man eine Idee.“

Auch die Schenefelder Jugendlichen sollen von den Grünen in nächster Zeit per Fragebogen nach ihren Wünschen befragt werden. Als Problem benannte die Runde fehlende Räumlichkeiten für junge Leute. Juks-Chef Jörg Wilcke dazu: „Die Jugendlichen können dienstags und donnerstags von 15 bis 21 Uhr unsere offenen Räume nutzen.“ Aber die Nachfrage sei nicht groß. Gefragt wären eher Partyräume.

Wilckes Erfahrungen mit feiernden Jugendlichen sind allerdings einseitig schlecht: „Wenn wir hier Rockveranstaltungen haben, gibt es zerschlagene Fenster und ähnliche Vandalismus-Problematiken Ohne Security geht gar nichts. Und die Polizei verdoppelt ihre Nachtschicht.“ Zur Diskussion haben fast alle 25 Teilnehmer etwas beigetragen und sich sogar an Schmitz Vorlage gehalten: „Bitte nicht monologisieren.“







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