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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2017 | 05:01 Uhr

Fleischerei Gahde: Schluss nach 75 Jahren

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Rosi und Klaus Gahde ziehen sich ins Private zurück

Der Geruch nach Fleisch und Gewürzen umschmeichelt die Sinne. Im Verkaufsraum der Schlachterei Gahde in der Dockenhudener Chaussee 16 herrscht turbulentes Treiben. Es ist ein Kommen und Gehen nicht nur von Halstenbeker Kunden, professionell und charmant umsorgt von Rosi und Klaus Gahde und ihrem Team. Mehr als 43 Jahre ist das Paar im Geschäft. Am 27. April feiert der Chef seinen 66. Geburtstag, die vor Vitalität sprühende Ehefrau am 8. August ihren 65. Das sei verraten. „Es ist genug“, sagen sie. Zeit, auszusteigen: Nach 75 Jahren schließt eine Halstenbeker Institution seine Pforten.

Das Treffen mit Gahdes ist alles andere als melancholisch. Eher fröhlich-optimistisch. Im Besprechungsraum liegen Fotoalben auf dem Tisch, an den Wänden sind die Zielscheiben der Schützenkönige Jonny, der Großvater, von 1969 und – gleich zweimal – von Klaus Gahde von 1970 und 1991 prominent platziert.

„Ich wollte immer Fleischer werden.“ Klaus Gahde trifft mit einem Satz ins Schwarze und zeigt die Leidenschaft, mit der er sein Leben lang sein Handwerk betrieben hat. Eine Passion, die ihm Vater Hans vorgelebt hat. Der es von seinem Vater Jonny, der wiederum von Ur-Ur-Großvater Johannes Rüpcke am Primärstandort Friedenstraße 16 geerbt hat.

Es ist eine Passion, die Klaus Gahde zwar nicht seinem Sohn Jan – der ist weltwelt als Produktmanager für eine Software-Firma unterwegs –, aber dafür seiner Tochter Sandra mitgeben konnte. „Fleischermeisterin ist sie geworden, und für die Nachfolge war eigentlich schon alles geregelt“, wirft Mutter Rosi ein. Doch dann funkte der Liebesgott Apoll dazwischen. Die Tochter zog es nach Frankfurt am Main. Zu einem Fleischermeister, mit dem sie jetzt dessen Familienbetrieb leitet.

Die logische Entscheidung, nach 26 Jahren den Standort aufzugeben, ist gefallen. Die Immobilie mit 1800 Quadratmetern Fläche wird verkauft. Sie soll weichen für ein neues Geschäft. Oder auch Wohnungsbau. Das werde sich zeigen, so der Chef.

Für den 30. April lädt das Paar von 11 bis 15 Uhr zum Abschiedsempfang. Und dann: „Reisen, Enkelkinder, Ehrenamt, Ausschlafen, die Lamm- und Rinderzucht“, freuen sich beide unisono auf ihr neues Leben. Vor dem Abschied gibt es für den Gast ein Brötchen mit Bierschinken. Ein Genuss. Das Rezept dafür und für mehr als 100 Wurstsorten: Die bleiben im Safe.

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