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Pinneberger Tageblatt

23. August 2017 | 20:22 Uhr

Flammen in Flüchtlingsunterkunft

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

BrandeinsatzDie Freiwilligen Feuerwehren Halstenbek und Rellingen sind mit 15 Einsatzwagen ausgerückt

Das Öl in der Pfanne fängt plötzlich Feuer, während Schuruk A. in ihrer Küche in der Flüchtlingsunterkunft am neuen Weg in Halstenbek Kartoffeln frittiert. Neben der jungen Frau sitzt ihre 2,5-jährige Tochter. A. wird panisch: Sie nimmt das Kind und läuft zu ihrem Eheman Abdul, der mit dem gemeinsamen Baby im Wohnzimmer sitzt. Auch ihn ergreift Panik: „Ich dachte nur: Die Kinder, die Kinder!“ Die kleine Familie verlässt das Gebäude, Abdul A. tätigt einen Anruf. Allerdings nicht bei der Feuerwehr, sondern bei Ina Hoffmann, der Betreuerin seiner und anderer Familien in der Unterkunft.

Der Feueralarm ging automatisch durch die Brandmeldeanlage um 13.07 Uhr bei der Freiwilligen Feuerwehr Halstenbek ein und löste Vollalarm aus. Bei deren Eintreffen schlugen die Flammen bereits „durch die Decke in den Dachstuhl“, berichtet Wehrführer und Einsatzleiter Andreas Roman. Auch dieser habe daraufhin Feuer gefangen. „Zwei Löschtrupps haben mit zwei C-Rohren einen Innenangriff gestartet“, sagte Roman an der Einsatzstelle. Die 48 Bewohner der Unterkunft für Flüchtlingsfamilien verließen selbstständig das Gebäude. „Wir wurden durch die Sirenen der Feuerwehwagen alarmiert“, berichtet der Aljebouri Abdullatif, der mit seiner Frau und dem gemeinsamen Säugling vor dem Gebäude wartet. „Wir hatten Angst. Das haben wir immer noch,“ fügt er hinzu. Die ist aber nicht mehr nötig: Die Feuerwehr Halstenbek, die auch von den Kollegen aus Rellingen unterstützt wurde, konnte den Brand löschen. Die Höhe des entstandenen Schadens ist noch unbekannt.

Allerdings stellt sich die Frage, warum die Familie A., in deren Küche der Brand entstanden war, nicht die Feuerwehr, sondern die Betreuerin Hoffmann alarmierte. „112? Die Nummer der Feuerwehr? Die kannten wir nicht. Wirklich!“, sagte Schuruk A. im Gespräch mit unserer Zeitung. Auch ihr Mann Abdul wirkt eher ratlos, als man ihn darauf anspricht: „Ich weiß nicht, ich dachte nur an die Kinder.“ Hoffmann, die selbst vor dem Gebäude wartete, entgegnete: „Das kann nicht sein. In den Unterkünften hängen die Notrufnummern aus.“ Dass diese Nummern im Ernstfall funktionieren und Leben retten können, war den Bewohnern in der Stresssituation aber offenbar nicht gegenwärtig. Der Vorfall ging dank Brandmeldeanlage glimpflich aus: Niemand wurde verletzt.

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