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Kreis Pinneberg : Fix was los über den Wolken

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

400 Flugzeuge starten und landen täglich in Hamburg-Fuhlsbüttel. Noch mehr überfliegen den Kreis Pinneberg. Der Luftverkehr wird dabei von Fluglotsen in Bremen überwacht.

Kreis Pinneberg | Der Himmel über dem Kreis Pinneberg ist grau. Das Dröhnen der Triebwerke ist trotzdem am Dienstag um 11.42 Uhr zu hören. Ein Flugzeug überfliegt Pinneberg. Die Passagiermaschine der Fluggesellschaft Norwegian war in Barcelona gestartet und befindet sich nun im Landeanflug auf Hamburg, wie die Webseite Flightradar24 verrät. die Boeing 737 fliegt nur noch 5850 Fuß (1,7 Kilometer) hoch. Wie diese Maschine steuern die meisten Flugzeuge über dem Kreis Pinneberg den Flughafen Hamburg an. „Durchschnittlich haben wir pro Tag 200 Starts und 200 Landungen“, sagt Stefanie Harder, Sprecherin des Hamburg Airports. Insgesamt haben etwa 400 Flieger Hamburg als Ziel und sind im Luftraum der Metropolregion unterwegs.

Ob die Maschinen auf ihrem Weg nach Fuhlsbüttel über den Kreis Pinneberg fliegen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. „Je nach Verkehrs-, Wetter- und Platzlage schlagen die Fluglotsen im Tower eine Bahn vor“, so Harder. Gestern landeten die meisten Flugzeuge auf der nördlichen Bahn und starteten in Richtung Stadt, um so gute Flugbedingungen wie möglich vorzufinden.

Doch nicht jeder Flieger im Luftraum über dem Kreis Pinneberg landet in Fuhlsbüttel. So auch etwa der British-Airways-Flug, der seine Passagiere von London ins russische Sankt Petersburg bringt. Auf Höhe Kollmar quert der Airbus die Elbe und fliegt auf 36.950 Fuß (11,26 Kilometer) dann über den nördlichen Kreis Pinneberg hinweg. Statt das Wattenmeer zu überfliegen, wird eine Route über die Niederlanden und Niedersachsen genommen. Um 11.49 Uhr ist die Maschine kurz vor Barmstedt und setzt ihren Kurs in Richtung Russland fort.

Die Routen der Flugzeuge kreuzen sich immer wieder

Nur wenige Minuten später folgt ein Air-Baltic-Flug auf 37.025 Fuß (11,28 Kilometer) auf dem Weg von Amsterdam in die lettische Hauptstadt Riga. Die Strecke, die die Maschine über der Region zurücklegt, führt zunächst über die Elbinsel Pagensand, dann über die Marsch und schließlich an Elmshorn vorbei. Die Route kreuzt sich wenig später mit der eines Boeing 767 der Austrian Airlines, der von Wien nach Toronto fliegt. Die Begegnungen sind jedoch gut abgepasst und keins der Flugzeuge kommt einem anderen zu nahe.

Die Boeing bewegt sich der Wolkendecke von Bönningstedt, Borstel-Hohenraden und Kölln-Reisiek vom südöstlichen Kreis Pinneberg bis in den Norden. Der Airbus befindt sich auf 32.000 Fuß (9,75 Kilometer) Höhe.

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Der Luftraum in dieser Höhe wird nicht von Hamburg oder Bremen aus kontrolliert, sondern in der Eurocontrol-Zentrale im niederländischen Maastricht. „Ab 8,5 Kilometern Höhe ist Maastricht zuständig. Für Flieger, die darunter sind, ist das Kontrollzentrum in Bremen zuständig“, sagt Anja Naumann, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung. Von Bremen aus wird der Flugverkehr von der niederländischen bis zur polnischen Grenze koordiniert. Das südliche Ende des Gebiets ist in Kassel und Cottbus, das nördliche ist die dänische Grenze. Die Fluglotsen lenken täglich die Wege von etwa 1700 Flugzeuge in diesem Gebiet.

Auch um den nach einem Wal benannten Airbus kümmern sich die Lotsen. Der Beluga, ein Transportflugzeug, dessen Form der seines Namensvetters ähnelt, fliegt an diesem Dienstag vom Airbuswerk in Hamburg-Finkenwerder ins französische Toulouse. Wäre der Himmel wolkenlos, wäre der Flieger über Schenefeld und Wedel zu sehen gewesen. So lässt sich der Beluga lediglich vom Bildschirm aus verfolgen.

Immer wieder ist Lärm ein Thema zwischen dem Flughafen und den Anwohnern. Um diesem vorzubeugen wurde unter anderem eine Nachtflugbeschränkung erlassen. Daher dürfen Flugzeuge nur zwischen 6 und 23 Uhr starten und landen. Darüber hinaus können verspätete Linienmaschinen und verspätete Flugzeuge im regelmäßigen Pauschalreiseverkehr noch bis Mitternacht ohne Sondergenehmigung starten und landen. Zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens dürfen außer Postflügen, medizinischen Hilfsflügen und Notfall-Flüge nur Maschinen mit Einzelausnahmegenehmigung der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt landen.
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erstellt am 08.Okt.2014 | 10:00 Uhr

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