Elmshorn : Fit machen für die Digitalwelt

Das neue Netzwerk zur Förderung der Medienkompetenz will Unterstützung für Schulen anbieten.
Das neue Netzwerk zur Förderung der Medienkompetenz will Unterstützung für Schulen anbieten.

Das neu gegründete Netzwerk Medienkompetenz veranstaltet eine erste Fachtagung. 70 Lehrer und Schulsozialarbeiter sind mit dabei.

shz.de von
19. Juni 2014, 16:00 Uhr

Elmshorn | Mit dem digitalen Wandel und seinen Folgen muss sich nicht nur die Medienbranche auseinandersetzen. Neue Medien, Suchmaschinen wie Google, soziale Netzwerke wie Facebook und sogenannte Messenger-Dienste wie Whatsapp beeinflussen längst auch den Schulalltag. „Digitale Medien sind seit vielen Jahren ein Top-Thema an Schulen“, erklärte Silvia Stolze vom Team Prävention und Jugendarbeit des Kreises Pinneberg anlässlich der ersten Fachtagung des neuen Netzwerks Medienkompetenz am Dienstag im Kreishaus in Elmshorn.

Etwa 70 Lehrer und Schulsozialarbeiter kamen zu der Veranstaltung „Medienkompetenz als Herausforderung für Schule – die (Schul-)Welt nach Snowden“, um drei Vorträgen zu lauschen, Fragen zu stellen und in Kleingruppen zu diskutieren. Über die Resonanz freuten sich die Initiatoren Silvia Stolze und Kreisjugendschützer Jörn Folster. „Wir wollten Vorträge auswählen, die den Zahn der Zeit erfassen. Wie die Reaktionen zeigen, haben wir das geschafft“, sagte Stolze stellvertretend.

Stefan Welling, stellvertretender Leiter des Instituts für Informationsmanagement Bremen GmbH, erläuterte in seinem Vortrag, wie Medienkompetenz außerhalb der Lehrpläne gefördert werden kann und zeigte zudem Entwicklungsperspektiven. „Der Vortrag drehte sich auch darum, dass Medienkompetenz nicht nur die Bedienung von Geräten ist, sondern vor allem Reflexion von Inhalten bedeutet“, erläuterte Folster.

Henry Krasemann vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein rückte in seinem Referat vor allem die Kommunikation von Schülern und Lehrern über das Internet in den Blickpunkt. So sei es Lehrkräften etwa laut Datenschutzrichtlinie untersagt, Kontakte von Schülern per Whatsapp zu übermitteln, da sie auf US-Servern landeten. „Genau genommen begehen Lehrer damit eine Ordnungswidrigkeit“, erläuterte Krasemann. „Aber man kann die Risiken minimieren, indem man beispielsweise deutsche Dienste nutzt oder die Daten verschlüsselt – oder, indem man zum Telefon greift, von dem wir ja hoffen, dass es nicht abgehört wird“, spielte Krasemann auf den Skandal um die Praktiken des US-Geheimdienstes National Security Agency (NSA) an.

Jörg Mangelmann von der Polizeidirektion Bad Segeberg stellte die rechtlichen Folgen von Straftaten im Netz dar. In seinem Vortrag referierte er unter anderem über die Handlungsoptionen für Lehrkräfte und Präventionsmöglichkeiten der Polizei.

Angesichts der vielen Probleme im Zusammenhang mit digitalen Medien hielt Organisatorin Stolze allerdings fest: „Es ist wichtig, den Fokus auch auf die Chancen zu legen und nicht nur auf die Risiken. Immerhin erleichtern die Medien vieles.“

Das Netzwerk Medienkompetenz wurde im Herbst 2013 auf Initiative der Kreisverwaltung Pinneberg gegründet. Seither kamen die Vertreter viermal zu Tagungen zusammen. Ansprechpartner sind die Koordinatoren des Netzwerks, Silvia Stolze, Telefon 04121-45023459, E-Mail: s.stolze@kreis-pinneberg.de, und Jörn Folster, Telefon 04121-45023456, E-Mail: j.folster@kreis-pinneberg.de. Die nächste Fachtagung des Netzwerks findet laut der Veranstalter am 22. September statt und dreht sich um das Thema Pornografie im Netz.
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