„Irgendwo Zuhause“ : Filmprojekt mit Beteiligung aus Rellingen

Hat den Blick für das perfekte Bild: Abiturient Patrick Wegener bei den ersten Aufnahmen des Kurzfilms.
1 von 2
Hat den Blick für das perfekte Bild: Abiturient Patrick Wegener bei den ersten Aufnahmen des Kurzfilms.

Patrick Wegener dreht mit Lübecker Student Thorben Wolkowski einen Kurzfilm. Wunsch nach unbürokratischer Förderung.

shz.de von
13. Januar 2015, 14:00 Uhr

Rellingen | „Irgendwo Zuhause“: So lautet der Titel eines Filmprojekts von Patrick Wegener (Rellingen) und Thorben Wolkowski (Lübeck). Die beiden Filmbegeisterten wirken seit Mai 2014 gemeinsam an dem Projekt. Im Mittelpunkt des als Roadmovie klassifizierten Kurzfilms steht die Suche nach einem „Zuhause“. „Dabei geht es nicht um einen Ort, sondern viel mehr um das damit verbundene Gefühl“, erklärt Wegener.

Die beiden Film-„Verrückten“ haben sich durch die verbindende Leidenschaft kennengelernt. „Thorben hat mich via Internet kontaktiert. Er hat ein Projekt von mir gesehen und hatte mir daraufhin das Exposé des Stücks zukommen lassen. Ich war sofort begeistert“, berichtet Wegener. Innerhalb kürzester Zeit sei ein gemeinsames Drehbuch entstanden, das sich vom Ursprung, einem Bühnenstück, etwas distanziert habe, so der Rellinger. Beide sind die Hauptverantwortlichen – Wegener ist zu dem der leitende Kameramann.

Momentan befindet sich das Projekt in der Finanzierungsphase. „Die Fachhochschule Lübeck ist ein Förderer“, informiert Wegener. Außer den laufenden Ausschreibungen war das Projekt auch auf Crowdfunding-Seiten (mehrere Personen als Kapitalgeber) im Internet aktiv. Allerdings lief der Förderzeitraum zum 12. Januar aus.

Mit „Starnext.de“ habe man einen Partner mit „risikofreiem Charakter“ gewählt. „Falls die Mindestsumme der Investitionen nicht zusammenkommt, dann bekommen alle automatisch ihr Geld zurück“, erklärt Wegener. Außerdem habe die Internetseite das Vertrauen in das Projekt weiter gestärkt. „Unser Projekt wurde aus etwa 5000 Einsendungen als ‚besonders förderungswürdige‘ Idee goutiert. Das zeigt uns, dass das Konzept ankommt“, erklärt er stolz.

„Irgendwo Zuhause“ soll garantiert fertiggestellt werden. Eine Premiere sei für Herbst 2015 angesetzt, so Wegener. Denn das Projekt ist mehr als nur Leidenschaft: Das Film-Duo möchte sich mit ihrem Debüt den Weg ins Studium ebnen. „Thorben studiert zwar gerade Design, möchte aber noch Regie studieren. Und ich konzentriere mich auf einen Studiengang für Kinematografie“, so der Rellinger.

Pinneberger Kulturamt interessiert

Schon seit dem 14. Lebensjahr ist der ehemalige Schüler des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums in Halstenbek in diesem Metier zuhause. Angefangen habe alles mit Hobby-Projekten. Danach habe er alle Bereiche des Filmes, wie Kamera, Postproduktion und Regie, durchprobiert. „Nach diversen Praktika und eigenen Projekten bin ich bei der Kinematografie, also der professionellen Gestaltung von Bildern, geblieben“, so Wegener.

Das Kulturamt des Kreises Pinneberg zeigt sich interessiert: „Ein solches Projekt wäre ein Novum. Eine Förderung wäre denkbar – vorausgesetzt, ein gestellter Antrag entspricht den Kulturförderrichtlinien“, so Alexandra Kugler, Ansprechpartnerin für Kulturangelegenheiten in der Kreisverwaltung. Schließlich sei jeder in der Lage, kulturelle Förderung zu beantragen: „Es gibt keinerlei Einschränkungen.“

Anträge stellen und Beschlüsse abwarten: Das seien für Wegener zwei eklatante Mängel. Der Rellinger ruft zu mehr Eigeninitiative des Kreises auf. „Der bürokratische Akt ist riesig“, so der junge Kameramann. Und: „Es sollte im Kreis mehr kulturelle Nachwuchsförderung ohne viel Antragstellen geben. So etwas schreckt gerade junge Leute sehr schnell ab.“

Für Rückfragen zum Film: E-Mail an patrick.wegener@irgendwo-zuhause.de
zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen