Jahresbilanz : Feuerwehren im Kreis Pinneberg rückten 3566 Mal aus

Beförderungen und Ehrungen standen am Sonnabend bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbands an.
Beförderungen und Ehrungen standen am Sonnabend bei der Jahreshauptversammlung des Kreisfeuerwehrverbands an.

Mitgliederzahlen im Kreisfeuerwehrverband sinken, Einsatzzahlen steigen allerdings um mehr als 13 Prozent.

shz.de von
05. März 2018, 10:15 Uhr

Kreis Pinneberg | „Wenn keiner mehr weiß, wie es weitergeht, wird die Feuerwehr gerufen. Wir finden immer eine Lösung“, sagte Frank Homrich, Kreiswehrführer des Kreisfeuerwehrverbands Pinneberg, auf der Jahresversammlung am Samstag.

Die Zahl der Einsätze stieg im vergangenem Jahr im Kreisgebiet um mehr als 13  Prozent von 3134 auf 3566 Einsätze. 737 Bränden standen 2100 Technische Hilfeleistungen gegenüber. Die steigenden Einsatzzahlen abzuarbeiten sei eine Herausforderung der Wehren. „Probleme machen uns immer mehr die Tagesverfügbarkeiten. Immer mehr Menschen arbeiten nicht mehr dort, wo sie wohnen“, sagte Homrich. Er wünschte sich von den Gemeinden mehr Unterstützung, so sollte bei Neueinstellungen für Bauhöfe oder Gärtnereien das Thema Feuerwehrmitgliedschaft eine Rolle spielen. Der 60-jährige Homrich kandidiert auf der Landesfeuerwehrversammlung am Samstag, 21. April, als Landesbrandmeister. „Mir liegt die Feuerwehr am Herzen und seit eineinhalb Jahren läuft es im Land nicht so toll. Ich will das Schiff wieder auf Kurs bringen“, so Homrich.

Beförderungen

Rellingens Gemindewehrführer Kai-Uwe Otto wurde zum Hauptbrandmeister drei Sterne befördert. Sönke Brandt und Rüdiger Jurkat (beide Tornesch) und Kay Sierk dürfen sich zukünfitg Hauptbrandmeister nennen. Lothar Sauer (Westerhorn) und Klaas Seehaus (Ellerbek) wurden Oberbrandmeister, Stephan Hahn (Elmshorn), Sebastian Kehr  und Jan Rosenthal (beide Tornesch), André Schwarz (Pinneberg), Cornel Zöpfgen (Elmshorn) und Thomas Bilsky (Bönningstedt) Brandmeister. Detlef Hartwich (Elmshorn) ist nun Hauptlöschmeister drei Sterne.

Florian Medaille

Als Dank für mehr als 20 Jahre Mitarbeit im Kreisfeuerwehrverband Pinneberg erhielten Michael Bunk (Kölln-Reisiek), Jens Peter Saathoff (Bönningstedt), Rolf Valentin (Elmshorn), Hans-Henning Vollborn (Barmstedt) und Stefan Mohr die Florian Medaille in Gold. Die Ausfertigung in Silber für 15-jähriges Engagement wurde Jörg Neuber (Barmstedt) und Hauke Pannen (Kölln-Reisiek) verliehen. Die Bronze-Medaille für zehnjähriges Engagement erhielten Carolin Boehnke (Hemdingen) und Lars Breckwold (Hasloh).

 

Auch insgesamt seien die Mitgliederzahlen in den 53  Freiwilligen Feuerwehren, davon zwei Betriebs- und eine Werksfeuerwehr, im vergangenen Jahr um 64 Kameraden gesunken. „Da wir eine hervorragende Jugendarbeit leisten, sollte uns die Zahl noch kein Kopfzerbrechen bereiten“, sagte Homrich.

„Die Mitglieder werden weniger, aber die Herausforderungen werden mehr. Wir müssen Lösungen finden, wie wir damit umgehen“, sagte Landrat Oliver Stolz. Für den Rettungsdienst rechne der Kreis aufgrund des demografischen Wandels mittelfristig mit einem Anstieg von drei bis vier Prozent der Notrufe. Gleiches erwarte die Feuerwehr. Um Mitglieder zu gewinnen, sei die Jugendarbeit wichtig, aber auch, mehr Frauen für das Ehrenamt zu gewinnen und zudem Neubürger einzubinden.

„Sie brauchen vielleicht anfangs eine engere Betreuung, aber es geht auch um das Vermitteln und Einfordern von Werten“, sagte Stolz. Um den Wegzug vor allem von jungen Kameraden zu verhindern, appellierte Stolz an die Kommunen: „Es ist sicherlich legitim, wenn sich Kommunen für besondere Wohnmöglichkeiten für Menschen einsetzen, die sich für die Gemeinde einsetzen. Nur so kann es gelingen, verdiente Mitbürger in der Gemeinde zu halten.“ Dies könnten besonders geförderte Wohnungen sein, aber auch Ausschreibungen, bei denen ehrenamtliches Engagement besonders gewürdigt werden. „Wir als Kreis würden das unterstützen“, sagte Stolz.

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