14 Vermisste gefangen im Qualm : Feuerwehren aus Kummerfeld und Prisdorf proben den Ernstfall

Die DRK-Helfer versorgen die Verletzten.
Die DRK-Helfer versorgen die Verletzten.

Verrußung durch Kunststoff-Dämmung wird immer mehr zum Problem.

shz.de von
06. Mai 2015, 14:00 Uhr

Kummerfeld | Wenn die Schaulustigen bereits eine Viertelstunde vor der Ankunft der Feuerwehr am Straßenrand stehen und gemütlich plaudern, ist klar: Es handelt sich wohl nicht um einen Ernstfall. Am Montagabend stand die Hauptübung der Feuerwehren Prisdorf und Kummerfeld an, die von den Einsatzkräften mit Bravour gemeistert wurde.

Das Szenario: Im Büro- und Werkstattgebäude der Firma Woehe und Heydemann in Kummerfeld brennt es. Ein Kurzschluss in der Elektroverteilung hat das Feuer ausgelöst. Die Flammen greifen auch auf die Kunststofffässer über. Aufgrund der starken Rauchentwicklung schaffen es 14 Mitarbeiter nicht rechtzeitig aus dem Gebäude. Und dann fängt auch noch das Flachdach an zu brennen.

Um 19.10 Uhr wird die Kummerfelder Wehr alarmiert, kurz danach werden auch die Prisdorfer hinzu gerufen. 80 Kräfte sind an diesem Abend im Einsatz. Als die Feuerwehrleute eintreffen, stehen bereits Wehrführer aus benachbarten Orten, Bürgermeister und andere Interessierte am Rande des Hofes und begutachten gespannt, was als Nächstes passiert. Zwei Männer mit Atemschutzmasken öffnen die Tür, aus der sofort dichter Rauch nach außen dringt. Dann geht alles schnell. Schon bald werden die ersten Vermissten aus dem Haus getragen und zu den Helfern vom DRK gebracht – auch die nahmen an der Übung teil. Etwas benommen ruhen sich die vermeintlichen Vermissten in Sicherheit aus und werden versorgt. Nachdem alle Schläuche ausgerollt sind, wird auch das Dach gelöscht.

Nach zwei Stunden ist schon wieder alles vorbei und es geht zum gemütlichen Teil in der Feuerwache. Etwas Erholung haben sich die Einsatzkräfte auch verdient, die sich nass geschwitzt auf den Weg machen. Der Kummerfelder Wehrführer Marc-Oliver Peters ist zufrieden: „Unser Ziel war es, das Zusammenspiel zwischen den Feuerwehren und die Personensuche zu trainieren. Und das hat sehr gut geklappt.“ Im Detail ging es unter anderem um den Funkverkehr und die Zusammenarbeit von Einsatzleiter, Abschnittsleiter und Gruppenführer – und die klappte einwandfrei. Auch eine Wärmebildkamera der Kummerfelder Wehr, die im vergangenen Jahr angeschafft wurde, kam zum Einsatz. „Dadurch konnten wir die gesuchten Personen schnell aus dem Gefahrenraum bringen“, erklärte Wehrführer Peters.

Unrealistisch ist solch ein Szenario übrigens nicht. Laut Peters wird dichter Rauch zu einem immer größeren Problem. „So ein Einsatz wäre auch unter realen Bedingungen möglich. Es wird immer mehr Kunststoff verbaut, besonders in der Dämmung. Dadurch kommt es zu einer starken Verrußung. Die Sicht ist dann sehr schlecht.“ Deshalb seien solche Übungen wichtig für die Feuerwerleute, um sich mit der Gefahr vertraut zu machen und routiniert zu reagieren.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen