Feuerprobe im Peiner Hag

In einem Wohnhaus übten die Feuerwehrleute aus Kummerfeld und Prisdorf für den Ernstfall.
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In einem Wohnhaus übten die Feuerwehrleute aus Kummerfeld und Prisdorf für den Ernstfall.

Einsatzkräfte bewähren sich bei Hauptübung der Feuerwehren von Prisdorf und Kummerfeld

shz.de von
07. Juni 2018, 16:00 Uhr

Wenn auf dem Funkalarmempfänger – kurz Piepser genannt – von Feuerwehrleuten eine Meldung eingeht, dann lassen sie alles stehen und liegen, denn dann geht es zum Einsatz. Am Dienstagabend, genau um 19.10 Uhr, ging eine solche Meldung bei den Kameraden der Prisdorfer und Kummerfelder Wehren ein, gleichzeitig mit einem weit hörbaren Sirenensignal. Auf dem Piepser stand als zusätzliche Information die Abkürzung FEUG, FEUY: FEUG steht für Feuer/groß und FEUY steht für Feuer – Menschen in Gefahr.

Glücklicherweise war es aber diesmal kein Ernstfall, sondern der Auftaktalarm zur jährlichen Hauptübung beider Wehren. Gerufen wurden sie zum Peiner Hag, wo sie nur Minuten später lautstark und mit Blaulicht eintrafen. Das verlassene Wohnhaus der Familie Lüders, direkt angrenzend an das Marktkauf-Gelände, stellte die perfekte Kulisse für eine Übung dieser Art.

Wehrführer Tim Hoyer aus Prisdorf hatte das leere Gebäude vorher präpariert: Eine Nebelmaschine sorgte für den Rauch, der auch im Ernstfall die Sicht der Kameraden einschränken würde. Türen wurden blockiert, um das Eindringen zu erschweren und den Rettungseinsatz durch Fenster von außen zu erzwingen.

Jede Menge Wasser zum Löschen und der gekonnte Einsatz von schwerem Atemschutzgerät, von Rettungstragen und Leitern sorgten dafür, dass Einsatzleiter Ralf Huckfeldt etwa 30 Minuten nach Eintreffen den Einsatz für erfolgreich abgeschlossen erklärte und die abgekämpften Feuerwehrleute sich ihrer schweren Uniformen entledigen konnten. Jedoch natürlich erst, nachdem Schläuche und Gerätschaften wieder sorgsam verstaut waren.

Hoyer sagte anschließend zum Tempo der Übung: „Natürlich geht im Ernstfall alles sehr viel schneller. Eine Hauptübung ist kein Ernstfall und die Kameraden können und sollen sich nicht unnützerweise den gleichen Unfallrisiken aussetzen, wie bei einem Einsatz, bei dem es wirklich um Sekunden geht.“

Jährliche Hauptübungen von Wehren sollen sicherstellen, dass jungen Feuerwehrleuten der Eindruck eines Ernstfalls vermittelt wird, dass alle Trupps innerhalb der Wehr mit ihren spezifischen Aufgaben das Zusammenspiel vertiefen und die Koordination zweier Wehren verbessert wird. Je nach Größe und Art eines Einsatzes kann ein Einsatzleiter einer Wehr entweder die Nachbarwehr zur Hilfe rufen, oder auch die der nächstgrößeren Stadt – zum Beispiel wenn besonderes Gerät gebraucht wird.

Nach der Übung ging es gemeinsam zum Dorfzentrum Prisdorfs. Nach einem gemeinsamen Essen gab es die übliche Manöverkritik und gegen den Durst für die Kameraden ein wenig Löschwasser aus der Flasche.

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