Verdacht auf Brandstiftung : Feuer zerstört historisches Reetdachhaus in Norderstedt

Das Haus konnte nicht gerettet werden.
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Das Haus konnte nicht gerettet werden.

Das Gebäude war unbewohnt. Verletzt wurde niemand. Die B432 musste gesperrt werden.

shz.de von
03. März 2018, 13:53 Uhr

Norderstedt | Bei einem Feuer in der Nacht zum Sonnabend ist ein historisches Reetdachhaus in Norderstedt-Glashütte komplett niedergebrannt. Trotz der sofort nach der Alarmierung aufgenommenen Löschversuche von den Ortswehren Glashütte und Garstedt konnte das vermutlich unter Denkmalschutz stehende Haus nicht mehr gerettet werden. Seit Jahren war es unbewohnt.

Das Gebäude, welches direkt unter zwei Hochspannungsleitungen liegt, fing vermutlich gegen 2 Uhr am Morgen Feuer. Zwei Drehleitern wurden für die Brandbekämpfung eingesetzt. Schon beim Eintreffen der Feuerwehr habe das Gebäude voll gebrannt, Teile des Daches seien bereits eingestürzt gewesen, sagte Gemeindewehrführer Fabian Wachtel. „Wir haben die Besatzungen der Löschfahrzeuge immer im Pendelverkehr durchgetauscht“, erklärte Wachtel. „Die Kameraden haben sich an der Wache Glashütte immer wieder aufgewärmt.“ Bei Temperaturen von etwa minus 14 Grad gefroren das Löschwasser und der später eingesetzte Löschschaum innerhalb kürzester Zeit: „Wir werden heute Nachmittag mit Sicherheit noch einmal einige Kameraden zusammenrufen, damit die Gerätschaften gereinigt werden“, erklärt Wachtel, der nicht nur Chef der Gemeindefeuerwehr ist, sondern auch der Ortswehr Glashütte direkt vorsteht.

Die Eiseskälte erschwerte den Einsatzkräften die Arbeit.
Foto: Florian Büh

Die Eiseskälte erschwerte den Einsatzkräften die Arbeit.

Noch bis etwa kurz vor 9 Uhr am Morgen dauerten die Lösch- und Aufräumarbeiten an, die B432 war für die gesamte Zeit gesperrt. Auch Busse wurden umgeleitet. Immer wieder musste die Straße mit Salz eisfrei gehalten werden. Damit später, wenn die Segeberger Chaussee wieder befahrbar ist, keine Unfälle passieren, war das Betriebsamt mit einem Streufahrzeug angerückt.

Selbst der Polizei brachte die Eiseskälte Probleme: Ein Schild, welches das Betreten des Brandortes verbietet, konnte nirgends befestigt werden, da der Kleber durch die Kälte nicht hielt. Ernsthafte Verletzungen – obwohl immer wieder Kameraden leicht ausrutschten – gibt es wohl nicht zu beklagen.

Mit einer Wärmebildkamera wurden das Gebäude und vor allem auch das Reetdach immer wieder von außen und innen untersucht. Entdeckte Brandnester wurden mit Löschschaum abgedeckt, damit sie nicht wieder aufflammen konnten. Dennoch soll im Laufe des Sonnabends eine erneute Begehung des eingestürzten Gebäudes Sicherheit bringen, damit nicht erneut ein Feuer entsteht.

Nachdem immer wieder Glutnester aufflammten, rückten Bagger an, die das historische Gebäude zum großen Teil dem Erdboden gleichmachten.

Die Brandursache ist unklar. Es gebe jedoch Hinweise auf Brandstiftung: Alle Versorgungsleitungen in das Haus seien getrennt worden, hieß es. Ein Bagger des Betriebsamtes riss das Reetdach des Haus ein, ein weiterer drückte die Mauern um.

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