Entscheidung vertagt : Fernbahnhof Altona hat Verspätung: Architekten müssen nachbessern

In der Endauswahl: Der Entwurf von C.F. Møller aus Dänemark.
In der Endauswahl: Der Entwurf von C.F. Møller aus Dänemark.

Die Architekten wurden zum Nachsitzen bis zu den Sommerferien verdonnert. Festgelegt hat man sich auf drei Favoriten.

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24. Mai 2018, 07:53 Uhr

Hamburg | Die Entscheidung über das Aussehen des umstrittenen neuen Fernbahnhofs Altona geht in die Verlängerung. Das Preisgericht des internationalen Architektenwettbewerbs hat am Mittwoch überraschend noch keinen Sieger für die Station in Diebsteich gekürt und schickt drei Büros zum Nachsitzen.

Die eingereichten 13 Vorschläge seien zwar „hochqualitativ“ gewesen, erläuterte Oberbaudirektor Franz-Josef Höing. Angesichts der großen Bedeutung des Bauwerks für die Stadt habe man sich allerdings für ein weiteres Wettbewerbsverfahren entschlossen und dafür drei „Favoriten“ benannt. Auch bei diesen besten Entwürfen sieht die Jury noch „Optimierungspotenziale“, was „eindeutig der Komplexität der unterschiedlichen Nutzungsbausteine des Gebäudeensembles geschuldet“ sei. Höing: „Es lohnt sich, die drei Arbeiten noch mal ins Rennen zu schicken.“

<p>In der Endauswahl: Der Entwurf des Hamburger Büros Gerkan, Marg und Partner.</p>
gmp

In der Endauswahl: Der Entwurf des Hamburger Büros Gerkan, Marg und Partner.

Das Trio wurde aufgefordert, die Entwürfe innerhalb der nächsten Wochen zu präzisieren und vor den Sommerferien vorzulegen. Die Bahn begrüßte die Entscheidung, den Architekten mehr Zeit einzuräumen. Die Verschiebung habe keinen Einfluss auf den Zeitplan für die Inbetriebnahme Ende 2023.

In die Endrunde geschafft haben es die beiden Hamburger Büros Baumschlager Eberle Architekten sowie gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner, dazu C.F. Møller aus Dänemark. Sie alle planen nach den Vorgaben des privaten Investors ProHa den Bau von zwei Hochhäusern, ein 20-stöckiges für Büros und ein 16-stöckiges mit Hotel. Zum Komplex gehört zudem ein repräsentativen Empfangsgebäude für die Station mit sechs Fern- und zwei S-Bahngleisen. Møllers Idee beinhaltet ein begrüntes und begehbares Dach, das den gesamten Bereich überspannen soll. ProHa-Geschäftsführer Dennis Barth wies erneut Berichte zurück, beim Zuschlag für das städtische Grundstück am Diebsteich seien Ausschreibungsregeln missachtet worden. Wie berichtet, prüft die EU-Kommission eine entsprechende Bürgerbeschwerde.

<p>Einer von drei ausgewählten Entwürfen stammt von den Hamburger Architekten Baumschlager Eberle.</p>
Baumschlager Eberle

Einer von drei ausgewählten Entwürfen stammt von den Hamburger Architekten Baumschlager Eberle.

Bahn und Stadt wollen den Fernbahnhof um zwei Kilometer vom jetzigen Standort nach Norden verlegen, um im Herzen Altonas Platz für Wohnungsbau zu gewinnen. In die bahntechnischen Anlagen investiert das Verkehrsunternehmen zirka 360 Millionen Euro, die Mantelbebauung wird privat finanziert. Gegen das Vorhaben liegen mehrere Klagen vor. Ob es zu einem gerichtlichen Baustopp kommt, ist noch unklar.

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