Fehlkalkulation bei Strompreisen

Die Stromrechnungen werden immer höher – Halstenbeker müssen besonders viel zahlen.
Die Stromrechnungen werden immer höher – Halstenbeker müssen besonders viel zahlen.

Gemeindewerke Halstenbek planten mit zu geringen Preisen / Verbraucher müssen Ausgleich zahlen

shz.de von
23. November 2018, 16:19 Uhr

Ab Januar 2019 steigen die Strompreise. Das betrifft auch die Kunden im Netzgebiet der Gemeindewerke Halstenbek. Die Erklärung von Andreas Halberschmidt, Werkleiter der Gemeindewerke Halstenbek (GWH): „In der Vergangenheit waren die Preise zu gering.“

Eine deutschlandweite Umlage für den Ausbau von erneuerbaren Energien (EEG) führte laut der Gemeindewerke zwar zunächst zu einer Entlastung, gleichzeitig steigt die Offshore-Umlage. Im Gesamtergebnis führen die erhöhten Netzentgelte sowie gestiegene Kosten für den Strombezug an der Börse zu einer Erhöhung der Arbeitspreise in der Grundversorgung. Für die Verbraucher entstehen dadurch erhöhte Kosten von 2,05 Eurocent pro Kilowattstunde netto, also zuzüglich 19 Prozent Mehrwertsteuer, bei einer Erhöhung der Grundpreise um 35 Euro pro Jahr. Bei einem Jahresdurchschnittsverbrauch von 3000 Kilowattstunden entspricht das einer Brutto-Mehrbelastung von jährlich 115 Euro, beziehungsweise etwa 9,50 Euro pro Monat, wie Halberschmidt erklärt. „Das ist ein Problem, das man nicht alleine in Halstenbek lösen kann“, sagt Halberschmidt. Der Markt der Netzbetreiber sei reguliert, weshalb man insgesamt wenig tun könne. Zudem gibt der Werkleiter zu bedenken, dass erneuerbare Energien zwar das Klima aber nicht den Geldbeutel schonen würden.

Warum nun gerade die Halstenbeker tiefer in die Tasche greifen müssen, liege an einem Defizit. Die Planungsgröße, anhand derer die Kosten fünfjährig kalkuliert werden, sei zu gering gewesen. „Das gefällt mir auch nicht, aber wir können keine Nachforderungen stellen, sondern nur für die Zukunft die Gelder einholen“, sagt
Halberschmidt. In der Vergangenheit seien die Preise demnach zu günstig gewesen. Der Werkleiter ist jedoch zuversichtlich, dass die Preise der Netzbetreiber in den kommenden fünf Jahren stabil bleiben. Unschön sei hingegen die Tendenz der steigenden Energiepreise aufgrund sich erhöhender Steuern auf Kohlenstoffdioxid. Am Montag, 26. November, tagt dazu der Werksausschuss um 18 Uhr in der Grund- und Gemeinschaftsschule in der Hartkirchener Chaussee 8 a in Halstenbek.

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