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Keine Hilfe vom Land : Fehlender Lärmschutz an den Gleisen in Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Anwohner können sich nicht mehr ohne Gefahr auf ihren Hintergrundstücken aufhalten.

shz.de von
erstellt am 05.Mär.2015 | 17:15 Uhr

Pinneberg | Die Lärmschutz-Posse in Pinneberg-Thesdorf geht weiter: Jetzt antwortet Jens Klocksin, Referatsleiter Lärm- und Umweltschutz im Eisenbahnbereich im Auftrag von Verkehrsminister Alexander Dobrindt den genervten Anwohnern im Neubaugebiet Düpenau Eck. An ihn hatten sie sich in ihrer Not gewandt. Doch der Inhalt des Schreibens verspricht keine Aussicht auf Besserung.

Wie berichtet, hatte sich die Deutsche Bahn geweigert, eine Lärmschutzwand entlang der Neubauhäuser an den Schienen zu bauen, obwohl sie anfangs vorgesehen war. Jetzt können sich die Anwohner nicht mehr ohne Gefahr für Leib und Leben auf ihren Hintergrundstücken aufhalten. Vor kurzem war sogar ein Metallteil durch einen vorbeifahrenden Zug hochgeschleudert worden und in der Holzwand eines Schuppens steckengeblieben. Klocksin weist in dem Brief darauf hin, dass nur die Wohngebäude, die vor dem 1.April 1974 genehmigt wurden, einen Anspruch auf Lärmsanierung haben. Die DB Projektbau GmbH, die die Häuser gebaut hat, hätte mitgeteilt, dass es bei Planungsbeginn für die Errichtung der Lärmschutzwand die Gebäude entlang der Bahn noch nicht gegeben habe. Pinneberg hätte eine gegebenenfalls beabsichtigte Bebauung ihr gegenüber nicht kommuniziert. Von Zügen herabfallende Teile seien nach Aussage der Eisenbahn-Unfalluntersuchungsstelle nicht als Unfallursache verzeichnet. Solche Vorfälle sollten der Bundespolizei mitgeteilt werden.

„Ich sehe, dass laut dieses Schreibens Fehler bei der Stadt gemacht wurden. Da haperte es meiner Meinung nach an der Kommunikation. Uns hätte niemals bestätigt werden dürfen, dass die Bahn dort eine Wand baut“, sagt Kadir Tokus, Sprecher der Anwohner. 

Unterdessen war auch Bürgermeisterin  Urte Steinberg vor Ort: „Auch wenn die Anwohner sich der Lage zur Bahnstrecke bewusst waren, erwarte ich von der Bahn, dass zumindest wieder eine Bepflanzung erfolgt, damit  keine Teile von der Bahnstrecke auf die Grundstücke fliegen. Was von Seiten der Bahn noch machbar ist, werden wir sehen. Ich werde mich für eine Verbesserung einsetzen“.

„Im Endeffekt werden wir wohl eine Sammelklage gegen die Stadt und gegen die Bahn einreichen. Aus Kulanz wird die Bahn die Wand nicht bauen. Ich glaube auch nicht, dass die Bürgermeisterin dafür sorgen kann, dass eine Wand da hinkommt“, sagt Tokus. 

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