FDP nun stärkste Fraktion in Ellerbek

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Liberale und CDU belegen sechs, die SPD fünf Sitze

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15. Mai 2018, 16:00 Uhr

„Das ist großartig! Es ist das beste Ergebnis, das die FDP seit ihrer Neugründung in Ellerbek jemals erzielt hat“, sagte Torsten Weigelt (FDP) hoch erfreut über das Ergebnis der Kommunalwahl in der Gemeinde. Der designierte Fraktionsvorsitzende bedauerte jedoch, dass sich dies nicht auf die Sitzverteilung auswirken wird: „Leider haben wir dadurch nicht mehr Sitze als vorher auch.“

Weigelt zeigte sich zuversichtlich, dass Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) sein Amt behalten und seine gute Arbeit fortsetzen könne. „Es wird im Vorfeld zur konstituierenden Sitzung Gespräche mit der CDU und der SPD geben. Ich hoffe auf eine weitere gute Zusammenarbeit für das Wohl der Gemeinde“, so Weigelt.

Der Rat tritt am Donnerstag, 14. Juni, um 19.30 Uhr zusammen. Ort ist der Spiegelsaal des Kulturzentrums am Rugenbergener Mühlenweg.

Hildebrand sieht sich im Zuwachs von vier Prozent für die FDP in seiner Arbeit bestätigt. „Es ist auch bemerkenswert, dass wir fünf Direktmandate geholt haben“, sagte er. Die grundsätzlichen Mehrheitsverhältnisse hätten sich in Ellerbek indes nicht verändert. „Ich wünsche mir, dass wir auch in den kommenden fünf Jahren wieder konstruktiv zusammenarbeiten können“, sagte er. Auch er gab sich zuversichtlich, den Posten des Bürgermeisters weiterhin ausüben zu dürfen.

Stefan Hinners und seine CDU-Fraktion dagegen mussten einen Sitz an die SPD abgeben. „Um Haaresbreite, es waren nur wenige Stimmen, die gefehlt haben“, bedauerte der Christdemokrat. „Wir hätten uns gewünscht, dass unsere produktive Arbeit im Gemeinderat und auch in den Ausschüssen in den Stimmen ihren Niederschlag gefunden hätten“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dennoch werde die Fraktion ihre Arbeit unbeirrt fortsetzen. „Vielleicht geht es beim nächsten Mal ja wieder anders aus“, so seine Hoffnung.

Sorge bereitet ihm jedoch die geringe Wahlbeteiligung. „Nur wenige Bürger wissen etwas über die Arbeit im Gemeinderat und wie er funktioniert“, bedauerte Hinners. Seiner Schätzung nach wüssten 80 Prozent der Einwohner nicht, wer was mache, wer wofür stehe und wer welche Ziele habe. „Die Anzahl der Besucher bei der Gemeinderatssitzung ist klein gemessen an der absoluten Zahl der Wähler“, so Hinners weiter. Kaum einer wisse um die Aufgaben der Politiker. „Wir haben uns auch personell sehr eingesetzt für die Gemeinde und wollen das auch weiterhin tun“, kündigte der Christdemokrat an.

Die Sozialdemokraten konnten entgegen des Bundestrends Stimmen dazugewinnen und sitzen künftig mit fünf Vertretern im Gemeinderat. „Das ist sehr erfreulich und gegen den Trend auch fast im ganzen Kreisgebiet“, bilanzierte Steffen Jahn (SDP). Er selbst habe für seine Fraktion ein Direktmandat erzielen können.

Für das gute Abschneiden führt Jahn zwei Aspekte ins Feld: „Bei Kommunalwahlen geht es zum einen immer mehr um Personen als um Parteien. Zum anderen hat die SPD in den Ausschüssen – meist zusammen mit der FDP – gute Arbeit geleistet“, so Jahn weiter.

Zudem hätten einige ältere Mitglieder den Platz frei gemacht für neue Gesichter. „Der Gemeinderat wird deutlich verjüngt sein“, so Jahn weiter.

Von der geringen Wahlbeteiligung ist auch er enttäuscht: „Schade, dass sich so wenige für ihren Wohnort interessieren. Dabei gibt es keine direktere, einfachere Demokratie als diese Ebene: Ich bestimme mit meiner Stimme, was hier vor Ort passiert“, sagte er. Dies komme jedoch offenbar bei den Wählern nicht an.

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