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Pinneberg : FDP-Frühschoppen zum Thema „Stadtentwicklung“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Historiker Wolfgang Domeyer und Johannes Seifert referieren beim FDP-Frühschoppen zum Thema „Stadtentwicklung“.

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 10:00 Uhr

Pinneberg | Die Überlegungen der Stadt Pinneberg den Hafen auszubauen waren auch für Werner Mende, Fraktionsvorsitzender der Pinneberger FDP, und Birgit Klampe, Vorsitzende der FDP Pinneberg, neu. „Davon habe ich noch nie gehört“, räumte Mende gestern beim „Liberalen Frühschoppen ein, bei dem VHS-Leiter Wolfgang Domeyer und Hobby-Historiker und Autor Johannes Seifert über „Pinnebergs Stadtentwicklung referierten. „Das letzte Schiff mit Ladung kam 1937 im Hafen an“, berichtete Domeyer.

Er und Seifert blickten auf die Anfänge der Stadt zurück, die erstmals 1351 urkundlich erwähnt wurde. „Pinneberg war immer Gerichtsort und hatte spezielle Rechte, die heute nicht mehr nachzuvollziehen sind“, erläuterte Domeyer. Urkunden lägen nicht vor. Doch sei die Stadt schon im 14. und 15. Jahrhundert wegen der ansässigen Gerichtsbarkeit und der Wassermühle von Bedeutung für die Region gewesen.

Die Zulassung von Gewerken und Gewerbe habe 1826 zu einem deutlichen Wachstum der Stadt geführt. „Richtig rund ging es mit dem Beginn der Eisenbahn“, sagte Domeyer. 1844 wurde die Bahnstation in Pinneberg eingeweiht, wo die Linie zwischen Altona und Kiel verkehrte. „Die Bahn war wichtig für die gesamte Entwicklung der Stadt und die Industrialisierung“, sagte Domeyer. Zwischen 1840 und 1859 habe sich die Einwohnerzahl verdoppelt. Drei Gewerbegebiete enstanden an der Schauenburger Straße, der Mühlenstraße und am Damm.

„Wichtig in der Entwicklung der Stadt war die Eingemeindung von Pinneberg Dorf – also des Bereichs nördlich der Pinnau“, so Domeyer. Während und zwischen den beiden Weltkriegen sei der Wohnungsbau vorangetrieben worden. So sei 1937 Waldenau als neuer Stadtteil entstanden. „Der industrielle Ausbau hat während der nationalsozialistischen Zeit nicht stattgefunden“, erläuterte Domeyer. Die Einwohnerzahl sei vor allem durch die Eröffnung der Kaserne am 1. April 1939 erneut gestiegen. „Die Soldaten wurden zumeist nicht erfasst, wir gehen aber von mehreren Tausend aus“, sagte Domeyer. Bis Ende 1945 habe sich die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt – von 13  000 auf 28  000. Eine Zunahme gab es auch in den vergangenen Dekaden. „Ich lebe seit 27 Jahren hier und in der Zeit hat Pinneberg 5000 und der Kreis 30000 Einwohner hinzugewonnen“, bezog sich Domeyer auf die aktuellen Entwicklungen, die durch die Nähe zu Hamburg geprägt seien. „Wir sind im engen Kern der Metropolregion in einer besonderen Lage“, sagte Domeyer.

Themen wie Wohnungsbau, Infrastruktur und Gewerbegebiete hätten die Stadt seit jeher bewegt. „Es gibt gewisse Themen, mit denen sich die Politik hier immer wieder beschäftigen muss“, sagte Domeyer. Mende erläuterte: „Wir haben das Thema bewusst gewählt, um aus der Vergangenheit zu lernen und zukünftig die richtigen Entscheidungen zu treffen und Fehler nicht zu wiederholen.“ Domeyer vermied eine historische Einordnung der aktuellen Entwicklungen: „Meine Aufgabe ist es nur, den historischen Hintergrund zu liefern. Ob die damaligen Erfahrungen übertragbar sind, ist eine Frage der Politik.“

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