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Liberaler Wiederholungstäter : FDP-Direktkandidat Olaf Klampe im Portrait

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bereits zum dritten Mal ist Olaf Klampe FDP-Direktkandidat. Wer ist der Privatmann hinter dem Politiker?

shz.de von
erstellt am 29.Aug.2017 | 09:52 Uhr

Pinneberg | „Eigentlich war das nie wirklich der Plan. Es hat sich einfach so ergeben“, sagt Olaf Klampe über seine Bewerbung um einen Sitz im Bundestag, lehnt sich in seinem Gartenstuhl zurück und lacht dabei. Der 62 Jahre alte FDP-Direktkandidat im Wahlkreis Pinneberg wirkt in der Umgebung seines heimischen Gartens in Pinneberg entspannt. Nach 2009 und 2013 ist das immerhin seine dritte Kandidatur für die Freien Demokraten. Er kennt das Prozedere. Zu Beginn seiner politischen Laufbahn wollte er eigentlich „nur mal mitmischen“. Um nun aber nach Berlin zu kommen, will der Privatier mehr.

Geboren ist Klampe am 25. Oktober 1955 in Hamburg. „Das behaupten zumindest meine Eltern“, fügt er schmunzelnd hinzu. In der Hansestadt begann für ihn sieben Jahre später auf der Haupt- und Realschule Leuschnerstraße seine Schulzeit, 1971 folgte die Ausbildung zum Gas- und Wasserinstallateur. Der Beruf lag ihm nah, schließlich kommt Klampe aus einer Handwerkerfamilie. Der Vater war unter anderem Elektriker und Werkzeugbauer. Vorher habe er eine schöne Kindheit verbringen dürfen. „Ich bin fröhlich aufgewachsen“, sagt Klampe und lächelt dabei. Diese Fröhlichkeit hat er sich bis heute bewahrt. Die Berufswahl sei aber nicht nur aufgrund des familiären Hintergrundes gefallen: „Ländliche Arbeit lag mir irgendwie schon immer“, fügt Klampe hinzu und hebt dabei die Arme.

Bis 1998 war er in seinem Ausbildungsberuf angestellt. Ein Jahr später machte Klampe sich selbstständig, gründete ein Unternehmen für Haushaltsdienste und lernte als Geschäftsführer die kaufmännische Seite kennen. „Die Firma ist aber seit 2005 nicht mehr aktiv“, berichtet der Pinneberger.

Bereits zwei Jahre zuvor begann Klampes politischer Werdegang mit dem Beitritt zum FDP-Ortsverband Pinneberg. In den folgenden fünf Jahren war er Schriftführer des geschäftsführenden Orts- sowie Kreisvorstandes. Als bürgerliches Mitglied saß er in den Ausschüssen für Wirtschaft und Finanzen, Stadtentwicklung und Umwelt sowie Natur und Kleingarten. Zudem ist Klampe nun Mitglied der FDP-Ratsfraktion und bürgerliches Mitglied der Pinneberger Kreistagsfraktion in den Ausschüssen für Umwelt, Sicherheit und Ordnung sowie Wirtschaft, Regionales und Verkehr des Kreistages.

„Du kennst dich da aus, mach doch mal“

Im November 2008 folgte dann die erste Nominierung zum Direktkandidaten im Wahlkreis 7 zur Bundestagswahl 2009. „‚Du kennst dich da aus, mach doch mal’, haben sie zu mir gesagt“, erinnert sich Klampe und lacht erneut.

Für den Pinneberger sei es wichtig, dass er stets neugierig bleibe. Deshalb habe er sich unter anderem Wissen in der Klimatechnik angeeignet. Oder er informiere sich schon einmal bei Bürgermeisterin Urte Steinberg über aktuelle politische Themen . Neugierde wecke auch sein Garten – eines seiner größten Hobbys. „Ich bin aber meist nur für die Schwerstarbeit zuständig. Den grünen Daumen hat da eher meine Frau“, sagt er und fängt wieder an zu lachen. Dafür bastle Klampe gern am Haus, da sei schließlich immer etwas zu tun. Der grüne Daumen seiner Gattin ist indes unverkennbar. Im hinteren Bereich ragen Obstbäume empor, davor zahlreiche bunte Blumen in den Beeten. „Weiter hinten bauen wir auch noch unser eigenes Gemüse an“, sagt Klampe und zeigt in Richtung Gewächshaus. „Allerdings nicht unbedingt für den Eigenbedarf, es macht einfach Spaß“, ergänzt er ein wenig achselzuckend. Der grüne Spargel würde beispielsweise nur für drei oder vier Vorspeisen im Sommer auf der Terrasse reichen. Dort sitze er auch gern mit Bekannten und verbringe Zeit. „Manchmal rufen gute Freunde von uns an, um bei gutem Wetter vorbeizukommen. Dann machen wir noch den Ofen an und sitzen hier mit sechs oder acht Leuten“, erzählt der FDP-Kandidat.

Seine zweite Frau – Klampe ist geschieden und hat aus erster Ehe eine erwachsene Tochter, die in Portugal lebt – unterstütze ihn bei seinem politischen Ambitionen. Als Orts- und stellvertretende Kreisvorsitzende ist Birgit Klampe ebenfalls in der FDP. „Wir kommen da ganz gut miteinander aus.“

Des Weiteren ist Klampe selbsternannter Weinkenner. Um sich aber in den Sommermonaten das Glas Wein am Aztekenofen auf der Terrasse zu gönnen, versuche er solche „kleinen Sünden“ durch Sport auszugleichen. „Meistens fahren meine Frau und ich zum Klövensteen, wo wir unsere feste Runde laufen. Das sind dann immer gut und gern 30 Minuten.“ Anschließend gehe es zurück zum Frühstück. „Da weiß man dann, was man getan hat“, erzählt Klampe.

Bücher über China oder literarische Werke von Adam Smith

Zum Lesen komme der Kreispolitiker in letzter Zeit hingegen weniger. Bücher über China oder literarische Werke von Adam Smith würden momentan bei ihm leider seltener als Lesestoff herhalten. „Ich habe aber immer mehr Bücher hier liegen, die ich lesen sollte, als ich es letztlich tue“, sagt Klampe und legt den Kopf dabei leicht schräg. Vorlagen der Stadt und des Kreises Pinneberg würden ihn zu sehr in Anspruch nehmen. „Ab Mai ist dafür dann immer mehr Zeit.“

Am aktivsten sei Klampe neben der Politik auf dem Drahtesel: „Mit dem Rad unterwegs und der Sonne im Gesicht“, das sei schön für ihn. Zusammen mit seiner Frau habe er so auch schon weitere schöne Orte kennengelernt. Reisen an den Gardasee, Städtetour in Frankreich oder der Familienbesuch in Spanien seien klasse gewesen. Die Radtouren entlang des Mauerwegs in Berlin oder an der Donau wären aber noch ein wenig eindrucksvoller gewesen, wie er sagt. „Wir sind noch jung und versuchen uns durch solche Aktivitäten fit zu halten“, ergänzt Klampe.

Nicht ganz so einfach sei die Auswahl von guter Musik: „Das ist schwer, da habe ich eigentlich keine feste Richtung“, antwortet Klampe auf die Frage, was er denn gern höre. Deep Purple sei aber immer noch eine „schicke Sache“. Ansonsten höre er sich auch schon mal Opern an. Im Zweifel höre er Radio. „Entweder es hört sich gut an oder eben nicht.“ Wichtiger sei es, etwas zu bewegen, sagt Klampe. Und das wolle er in Berlin. Und dann nicht mehr einfach nur Mitmischen.

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