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Pinneberger Tageblatt

24. Oktober 2017 | 04:29 Uhr

Kreis Pinneberg : Fast jeder zweite Lkw defekt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Polizeikontrollen mit erschreckendem Ergebnis: Technische Mängel sind die Regel. Elf Lastkraftwagen mussten sofort aus dem Verkehr gezogen werden.

von
erstellt am 24.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Beinahe jedes zweite Fahrzeug ist in einem technisch mangelhaftem Zustand gewesen. Das ist das Ergebnis einer einwöchigen Kontrolle des Autobahn- und Bezirksreviers Pinneberg, das gemeinsam mit dem Bezirksrevier Itzehoe sowie Dekra-Sachverständigen aus Hamburg Lastkraftwagen überprüft hat. Den verantwortlichen Fahrzeughaltern drohen nun teils hohe Bußgelder. Zudem haben die Kontrollen auch etliche andere Verstöße ans Licht gebracht, teilte die für den Kreis Pinneberg zuständige Polizeidirektion Bad Segeberg gestern mit.

Während der Überprüfung der Fahrzeuge an unterschiedlichen Orten in den Kreisen Pinneberg und Segeberg nahmen die Beamten und Dekra-Sachverständigen 84 Lkw unter die Lupe und prüften sie „auf Herz und Nieren“, sagte Polizeisprecherin Sandra Mohr gestern. Dabei stellten die Beamten bei 38 Fahrzeugen technische Mängel fest. Bei elf der Lkw waren die Missstände erheblich. „Weil die Verkehrssicherheit hier nicht gegeben war, sind sechs noch an Ort und Stelle entstempelt und abgeschleppt worden“, teilte Mohr gegenüber dieser Zeitung mit. Die sechs Lkw hatten laut der Polizeisprecherin extreme Mängel an Lenkung oder Bremsen „und mussten aufgrund dieser Gefahr umgehend aus dem Verkehr gezogen werden.“ Die anderen fünf Fahrer wurden angewiesen, auf dem kürzesten Weg in eine Werkstatt zu fahren.

Besonders aufgefallen war ein Sattelzug in der Altonaer Chaussee in Schenefeld am vergangenen Freitag. Mohr sagte dazu: „Zu den an der Zugmaschine festgestellten gravierenden technischen Mängeln passte gar nicht, dass dieses Fahrzeug eine erst drei Tage junge Hauptuntersuchungsplakette aufwies.“ In Absprache mit der Staatsanwaltschaft Itzehoe beschlagnahmte die Polizei den Sattelzug. Gegen den anerkannten Sachverständigen leiteten die Beamten ein Strafverfahren wegen Falschbeurkundung im Amt ein. Mohr berichtete weiter: „Auch der Sattelauflieger war verkehrsunsicher und musste direkt von der Kontrollstelle abgeschleppt werden. Dessen Kennzeichen wurden vor Ort entstempelt.“

Tags zuvor war den Beamten bei einer Kontrolle auf dem Rastplatz Rantzau an der Autobahn 23 ein verkehrsunsicherer polnischer Lkw aufgefallen. Der 33 Jahre alter Fahrer transportierte damit Gasflaschen, die obendrein nur mangelhaft gesichert waren. Der Lkw wurde vor Ort stillgelegt und der Pole musste eine Sicherheitsleistung in Höhe von 800 Euro zahlen. Der stillgelegte Lkw sollte daraufhin abgeschleppt werden. Dafür beauftragte der 33-Jährige ein Hamburger Abschleppunternehmen. Der Abschlepper reihte sich jedoch selbst gleich ein in die Reihe technisch mangelhafter Fahrzeuge und durfte selber nur noch bis zur nächsten Werkstatt weiterfahren. Mohr berichtete: „Der gesamte Aufbaurahmen des Abschleppfahrzeuges war mangelhaft montiert. Der Lkw war technisch gesehen nicht in der Lage, überhaupt ein anderes Fahrzeug abzuschleppen.“

Die 38 festgestellten technischen Mängel haben nun Buß- oder Verwarngelder zur Folge. Defekte befanden sich laut der Polizeisprecherin an Bremsanlagen, Lenkung, Reifen, Rahmen, Spiegeln und an der Beleuchtung. Zudem stellten die Beamten wegen nicht eingehaltener Ruhe- und Lenkzeiten 13 Anzeigen aus. Die Polizei brachte auch noch weiteres zur Anzeige, so nicht ausreichend gesicherte Ladung in drei Fällen und Verstöße gegen das Gefahrgutrecht in sieben Fällen. „41 Lkw-Fahrer fuhren mit einem Kontrollbericht zur Mängelbeseitigung“, sagte Mohr. Andere, 21 an der Zahl, durften ihre Reise gar nicht mehr fortsetzen. Erfreulich sei gewesen, dass die Polizei bei den Lkw-Fahrern in der überwiegenden Anzahl der Fälle auf Einsicht und Verständnis gestoßen sei.

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