Fast 100 Unfälle pro Jahr

Eine Scheibe durchbrach ein PKW-Fahrer bei einem Unfall im Dezember.
Eine Scheibe durchbrach ein PKW-Fahrer bei einem Unfall im Dezember.

Ausschuss diskutiert über Verkehrsanalyse / 2016 waren fast 50 Prozent mehr Radfahrer betroffen als 2014

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11. Januar 2018, 16:00 Uhr

Wie sicher ist der Straßenverkehr in Halstenbek? Diese Frage stellen sich Politik und Verwaltung in Halstenbek schon länger. In der Sitzung des Ausschusses für Bau-, Planungs- und Verkehrswesen am Dienstag, 16. Januar, werden die aktuellen Unfallstatistiken der letzten zwei Jahre vorgelegt. Das Fazit der Polizeidirektion Bad Segeberg: Es gibt in Halstenbek keine Unfallschwerpunkte.

Die Anzahl der erfassten Unfälle auf dem Gebiet der Gemeinde Halstenbek war in den letzten drei Jahren sehr konstant. 2014 wurde die Polizei zu 95 Verkehrsdelikten gerufen, 2015 zu 96 und 2016 zu 93. Während die Zahl von 2014 auf 2015 somit um 1,05  Prozent stieg, sank sie 2016 um 3,13 Prozentpunkte. Die Unfallorte variierten dabei.

Im Jahr 2014 gab es an den Kreuzungen Dockenhudener Chaussee / Datumer Straße / Olenmoorweg und Kellerstraße / Lübzer Straße / Altonaer Straße / Gärtnerstraße sogenannte Unfallhäufungsstellen. Diese liegen laut Definition der Straßenverkehrsaufsicht des Kreises Pinneberg vor, wenn „innerhalb eines Jahres sechs verschiedene Unfälle oder drei gleiche Unfälle mit zwei schweren Personenschäden“ an einer Stelle passieren. Unfallschwerpunkte gäbe es nicht. Diese lägen vor, wenn binnen eines Jahres an der gleichen Stelle drei Unfälle mit schweren Personenschäden, bei denen Beteiligte länger als 24 Stunden im Krankenhaus verbleiben müssen, durch die Polizei erfasst werden.

Die Kreuzungen Hartkirchener Chaussee  / Autobahnanschlussstelle Richtung Hamburg, Gärtnerstraße / Autobahnanschlussstelle Richtung Hamburg / Seemorweg sowie Kellerstraße  / Lübzer Straße / Altonaer Straße / Gärtnerstraße wurden für 2015 als Unfallhäufungsstellen benannt.

Obwohl die Zahl der Unfälle im Jahr 2016 im Dreijahres-Vergleich den geringsten Wert aufwies, wurden fünf Unfallhäufungsstellen erfasst: Friedenstraße / Hauptstraße / Poststraße, Gärtnerstraße / Autobahnanschlussstelle Richtung Hamburg / Seemorweg, Kellerstraße / Lübzer Straße / Altonaer Straße / Gärtnerstraße, Lübzer Straße / Gewerbering, Poststraße / Gärtnerstraße / Königstraße.

Mit sechs verunfallten Fußgängern im Jahr 2014, acht im Jahr 2015 und sieben im Jahr 2016 sind auch diese Zahlen laut Polizeidirektion Bad Segeberg konstant. Während es 2014 und 2016 jeweils einen Schwerverletzten gab, blieb es 2015 bei leichten Verletzungen, die nur einer ambulanten Behandlung bedurften. Todesfälle gab es keine. Auch Schulwegsunfälle wurden im Betrachtungszeitraum in Halstenbek keine erfasst.

Auffällig ist der Anstieg der Unfälle, bei denen Radfahrer beteiligt waren. Im Jahr 2014 verunglückten 21 Biker, einer davon schwer. 2015 waren es 23 Pedalritter, davon zwei schwerverletzte und im Jahr 2016 sogar 30 Radler, von denen drei schwer verletzt wurden. Prozentual ist von 2014 bis 2016 die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer um fast 50  Prozent gestiegen, die Anzahl der Schwerverletzten stieg sogar um 200 Prozent.

Die Straßenverkehrsaufsicht des Kreises Pinneberg spricht für den Ausschuss eine Empfehlung aus, sieht aber keinen akuten Handlungsbedarf: „Die Unfallhäufungsstellen sollen erstmal weiter beobachtet werden. Viele der in 2016 aufgetretenen Bereiche sind erstmals auffällig.“

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