Farbe, Klang, Raum und Zeit erlebbar machen

Am 5. November bringt Gisela Meyer-Hahn die Christuskirche zum Strahlen.
Am 5. November bringt Gisela Meyer-Hahn die Christuskirche zum Strahlen.

Lichtkünstlerin Gisela Meyer-Hahn hat am Wochenende ihr Pinneberger Atelier geöffnet

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02. Juli 2018, 10:44 Uhr

Einmal im Jahr öffnen viele Künstler aus Schleswig-Holstein für zwei Tage ihre Ateliers für die Öffentlichkeit. So auch am vergangenen Wochenende. Gisela Meyer-Hahn ist Lichtkünstlerin und ihr Pinneberger Atelier erscheint einerseits wie eine Fotogalerie und eine Farb- und Textilausstellung, andererseits ist es voll mit elektronischem Equipment, das den Gedanken an die Ausrüstung eines DJ aufkommen lässt. Und so abwegig ist der Vergleich eigentlich nicht, denn die spezielle Art Kunst, die Meyer-Hahn zur Perfektion entwickelte, ist ebenfalls eng verbunden mit der Musik anderer, aber ihr Metier ist nicht der Ton sondern das Licht.

Durch die Lichtkunst wie Meyer-Hahn sie ausübt lässt sich Musik optisch erlebbar machen. Dazu sagt die Künstlerin: „Für mich ist das Licht wie ein zusätzliches Instrument zur Musik.“ Auf einem Mischpult, erklärt Meyer-Hahn weiter, können weit über 100 Farben und Farbkombinationen erzeugt werden. Es wird, fast wie ein Klavier, live zur Musik bedient. Moderne LED Hochleistungsstrahler ermöglichen eine sekundengenaue Steuerung. So ändert sie Farben und die Betrachtungswinkel passend zur Musik: „Ich sehe die Töne als Farbton vor meinem geistigen Auge und ich fühle, an welchem Punkt im Raum dieser Farbton erzeugt werden sollte.“

Die Kunst, Musik in Lichtfarben umzusetzen, setzt zunächst viel Erfahrung mit Lichttechnik voraus, wenn genau der gewünschte Farbeffekt auf unterschiedlichen Konturen, Oberflächen oder Materialien erzeugt werden soll. Musik und der Raum, in dem ein Konzert stattfindet, werden von jedem Betrachter anders wahrgenommen, da die Lichtfarben und die Farbwechsel begleitet von der Musik in jedem ein anderes emotionales Empfinden auslösen.

Meyer-Hahn ist Diplom- Designerin und freischaffende Künstlerin. Bislang hatte sie sich viel mit Form- und Farbgebungen von textilen Objekten beschäftigt, wie zum Beispiel dem lange Zeit auf dem Rantzauer See schwimmenden Objekt „Tänzerin im Wind“. Jetzt möchte sie sich mehr den Räumen im Zusammenspiel mit Musikkonzerten widmen. Beiden fügt sie mit ihrer Lichtkunst eine Dimension des Erfahrbaren hinzu.

Am 5. November werden die Pinneberger die Möglichkeit haben, die Lichtkunst von Meyer-Hahn erneut zu bewundern, denn sie ist gerade dabei, ein Konzept für das Jubiläums-Konzert des Vereins der Freunde der Regio-Kliniken in der Christuskirche zu entwickeln.

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