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Die Polizei warnt : Falsche Polizisten in Ellerbek und Bönningstedt

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die echte Polizei warnt ausdrücklich davor, derartig entgegengenommene Telefonate fortzuführen oder gar private Informationen am Telefon preiszugeben.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2017 | 12:16 Uhr

Ellerbek/Bönningstedt | Seit dem gestrigen Dienstagnachmittag gehen bei der Polizei vermehrt Hinweise von besorgten Bürgerinnen und Bürgern ein, wonach sich „falsche Polizeibeamte“ am Telefon melden und merkwürdige Fragen stellen. Die echte Polizei warnt jetzt ausdrücklich davor, derartig entgegengenommene Telefonate fortzuführen oder gar private Informationen am Telefon preiszugeben.

Die Polizei rät, am Telefon grundsätzlich keine Auskünfte über Wertsachen, Sicherungseinrichtungen, Abwesenheiten, Anzahl der Bewohner, eventuelle Hunde, Bankverbindungen oder sonstige personenbezogene Daten preiszugeben. Falls die Möglichkeit besteht, sollte die Rufnummer des Anrufers notiert und umgehend die örtliche „echte“ Polizei informiert werden.

In den bekannten Fällen lassen die falschen Polizisten ihrer Fantasie am Telefon freien Lauf. So gab sich am Dienstagabend eine männliche Stimme am Telefon als Polizist der Polizeistation Bönningstedt aus, erkundigte sich vor dem Hintergrund angeblicher Einbrecherbanden in der Umgebung nach den finanziellen Verhältnissen der angerufenen Person und fragte nach Bargeldbeträgen sowie Wertgegenständen im Haus. Der angerufene Mann aus Ellerbek reagierte vorbildlich, gab keine persönlichen Informationen preis und verständigte die Polizei.

In Bönningstedt wollte ein Anrufer als angeblicher Kriminalbeamter in Erfahrung bringen, ob Name und Anschrift der kontaktierten Dame noch richtig seien und begründete seine Anfrage mit einem erfundenen Einbruch in der Nachbarschaft und den damit einhergehenden Ermittlungen. Ebenfalls in Bönningstedt gab sich ein Anrufer als ein Beamter des Bundeskriminalamtes aus und berichtete am Telefon von betrügerischen Kontoabhebungen. Im Display der angerufenen Frau erschien sogar die Nummer des Notrufs 110.

In allen bekanntgewordenen Fällen weckte der eher ungewöhnliche Verlauf des Gesprächs das Misstrauen der angerufenen Personen. Sie verständigten allesamt die Polizei, wodurch es bisher glücklicherweise zu keinen vollendeten Taten gekommen ist. Kriminelle versuchen über diesen Weg, potentielle Opfer ausfindig zu machen. Sofern die angerufenen Personen am Telefon über ihre Wertgegenstände und deren Aufbewahrung sowie über ihre Gewohnheiten und regelmäßigen Abwesenheiten Auskunft erteilen, wissen die Täter, wo und wann sich beispielsweise ein Einbruch lohnen könnte.

„Spoofing“ - die Polizei warnt

Vor dem aktuellen Hintergrund warnt die Polizei darüber hinaus vor einer ähnlich gelagerten Betrugsmasche, dem sogenannten „Spoofing“ per Telefon. Dieses Phänomen reiht sich ein in den Bereich des Enkeltrickdiebstahls und stellt somit lediglich eine Variante des Betrugs per Telefon dar. Den Tätern gelingt es technisch und auf illegale Weise, ihre ausgewählten Opfer mit einer frei gewählten Telefonnummer anzurufen, um ihre Forderungen mit Hilfe der falschen „Identitäten“ real wirken zu lassen und den Druck somit zu erhöhen.

Dabei wird bei einer Rufnummernanzeige des angerufenen Telefons anstelle der Originalrufnummer des Anrufers eine frei wählbare Identifikationsinformation angezeigt, wie beispielsweise in dem Fall in Bönningstedt die Telefonnummer des Polizeinotrufs 110. Hierdurch verschleiert der Anrufer seine wahre Identität und täuscht eine falsche Identität vor. Die zumeist vorgetäuschten Namen des Anrufers sind in der Regel frei erfunden und entspringen der Phantasie der Betrüger.

Diese Art von „Spoofing“ per Telefon, genannt „Call ID Spoofing“ ist ein bundesweites Phänomen, das oftmals durch überörtliche Täter begangen wird. Insbesondere falsche „Polizisten“, „Staatsanwälte“ und„Mitarbeiter von Gerichten“ versuchen immer wieder mittels verschiedener Maschen in unterschiedlichen Formen und Ausprägungen an Geld zu kommen. Der Fantasie der Betrüger sind hierbei keine Grenzen gesetzt. Nicht selten drohen sie am Telefon und bauen durch ihre Redegewandtheit zusätzlichen Druck auf. Die Zielrichtung ist dabei immer dieselbe. Den potentiellen Opfern soll eine Situation vorgegaukelt werden, die sie dazu bewegt, beispielsweise eine Überweisung zu tätigen oder vertrauliche Informationen preiszugeben. Die Polizei ruft insbesondere ältere Menschen dazu auf, bei derartigen Anrufen hellhörig zu werden, das Gespräch zu beenden und umgehend die Polizei zu verständigen. Besorgte Bürger können sich bei bestehender Unsicherheit im Umgang mit derartigen Situationen an die Polizei wenden. Dort erhalten vermeintliche Opfer entsprechende Verhaltenshinweise.

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