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Betrug am Telefon : Falsche Enkelin will 30.000 Euro

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Anruferin gibt sich als Verwandte in Not aus und fordert von einer Pinnebergerin finanzielle Unterstützung.

Pinneberg | Miese Masche von Trickbetrügern: Vermeintliche Enkel in Not rufen bei älteren Menschen an und bitten um finanzielle Unterstützung. So einen Anruf erhielt jetzt eine Pinnebergerin (der Name ist der Redaktion bekannt). Als bei der Witwe das Telefon klingelte, meldete sich am anderen Ende der Leitung eine junge Frauenstimme. „Rate mal, wer hier ist“, sagte sie. „Das kann ich nicht sagen, ich habe sehr viele Bekannte“, antwortete die Pinnebergerin. Die junge Frau legte nach: „Du musst doch meine Stimme erkennen.“ Die ältere Dame aus Pinneberg war zunächst irritiert. „Bis dahin ahnte ich aber noch nichts Böses“, berichtet sie.

Die fremde Stimme am Telefon redete weiter auf sie ein: „Du bist doch meine Verwandte, ich bin doch deine Enkelin Regina.“ Die vermeintliche Enkeltochter wollte dann gleich zu Besuch kommen und fragte ob die ältere Dame allein zuhause ist. „Ja, bin ich“, antwortete sie. Ein Signal für die Betrügerin. „Ich bin in großen Schwierigkeiten. Bitte hilf mir“, sagte sie. Sie sei beim Notar und wolle eine Wohnung kaufen. Es könne auch in bar bezahlt werden. „Wieviel?“, wollte die Witwe wissen. Die junge Frau verlangte die stolze Summe von 30  000 Euro. Und beschwichtigte: „Du bekommst das Geld am Freitag zurück. Das ist eine ganz sichere Sache und notariell abgesichert. Es besteht für dich kein Risiko“, log sie die Pinnebergerin an. Die wird skeptisch, spielt das Spiel aber noch mit. Sie habe nicht viel Bargeld zuhause. Die fremde Enkelin blieb hartnäckig: „Das nützt mir nichts, dann komme ich mit zur Bank“, sagte sie. Der Pinnebergerin wird es daraufhin zuviel: „Du bekommst von mir keinen Cent!“, sagte sie und legte auf.

Die Witwe vermutet, dass die Dame durch eine Traueranzeige ihres verstorbenen Mannes, die immer noch online einsehbar ist, auf sie aufmerksam wurde. „Wahrscheinlich dachte sie, ich wäre derselbe Jahrgang – mein Mann war mehrere Jahre älter als ich.“

Sandra Mohr, Polizeipressesprecherin, sagt zu dem Fall: „Der sogenannte Enkeltrick kommt immer wieder vor.“ Meistens scheitere der Versuch der Betrüger, da viele Menschen bereits misstrauisch seien. „Die Anrufer nutzen den Wunsch, etwas Gutes zu tun und in der Not zu helfen aus“, erklärt Mohr. Bei solchen Anrufen solle man hellhörig werden und nicht auf das Gerede eingehen. „Und nicht preisgeben, wieviel Bargeld und Wertsachen man zuhause hat“, warnt sie. Wer eine Telefonnummer auf dem Display angezeigt bekomme, solle sie sich notieren und der Polizei weitergeben sowie den Betrugsversuch melden. Die Pressesprecherin appelliert außerdem an die Jüngeren ihre älteren Mitmenschen aufzuklären und vor solchen Gefahren zu warnen.

Gerade vorgestern gab es in der Region ähnliche Vorfälle: In Kaltenkirchen wurden zwei versuchte Betrugsfälle gemeldet. Die Anrufer wollten ebenfalls Bargeld für ein Auto und gaben sich als Verwandte aus.

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