zur Navigation springen

Übung in Tangstedt : Explosion im Vorgarten: Brand und Qualm wie im Ernstfall

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Unter schwerem Atemschutz drangen die Trupps in das komplett verqualmte Haus ein und begannen mit der Suche nach den vermissten Personen.

von
erstellt am 08.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Tangstedt | Geschäftiges Treiben herrschte für kurze Zeit am Freitagabend rund um ein Einfamilienhaus im Tangstedter Hesterhörn: Für eine unangekündigte Alarmierungs-Übung der Freiwilligen Feuerwehr trafen Organisatoren und Helfer die letzten Vorbereitungen.

Im Vorgarten stellte ein Pyrotechniker eine unscheinbare Dose auf, die es allerdings in sich hatte: „Das ist eine ferngesteuerte Explosions-Simulation mit Blütenstaub, wie sie auch bei Filmdrehs verwendet wird“, erklärte der Spezialist. Währenddessen pinselte Florian Jarzebski, Tangstedts stellvertretender Wehrführer, orangefarbene Brennpaste neben die Eingangstür.

Bereits zuvor waren im Inneren des Hauses Nebelmaschinen angestellt worden. Auch ein Theater-Blitz war im Keller versteckt worden, um das Szenario noch realistischer erscheinen zu lassen. Kurz vor der Alarmierung der Wehr versteckten sich drei Verletztendarsteller im Obergeschoss des Hauses, zwei Puppen wurden darüber hinaus im Keller versteckt.

Der Qualm, verursacht von den Flammen am Haus und Nebelmaschinen, war weithin sichtbar.
Der Qualm, verursacht von den Flammen am Haus und Nebelmaschinen, war weithin sichtbar. Foto: Ute Springer
 

Interessiert beobachtete auch Familie Kanngießer die Vorgänge. „Wir haben das Haus vor Kurzem gekauft. Da es abgerissen wird und an dieser Stelle ein Doppelhaus gebaut wird, stellen wir das Gebäude gern für diese Übung zu Verfügung – solche Gelegenheiten gibt es ja nicht alle Tage“, erklärte das Paar. Auch der Pyrotechniker einer ortsansässigen Firma stellte Material und Zeit gern zur Verfügung. „Die ortsansässige Freiwillige Feuerwehr zu unterstützen ist uns wichtig – welche Gemeinde kann sich schon eine Berufsfeuerwehr leisten?“, so die Ansicht des Spezialisten.

Brennpaste, Theaterblitz und Nebelmaschinen

Um 20.44 Uhr rief Jarzebski dann die Leitstelle des Kreises an, die wiederum die Tangstedter Wehr alarmierte. Schon wenige Sekunden später heulten die Sirenen der Gemeinde los und nach etwa vier Minuten bog der erste Löschwagen um die Ecke. Kaum stand das Fahrzeug, wurde auch schon die täuschend echte Explosion im Vorgarten ausgeführt. Auch die Brennpaste verfehlte ihre Wirkung nicht: Um überhaupt ins Haus zu gelangen, musste zügig die Wasserversorgung aufgebaut und die Flammen gelöscht werden.

Florian Jarzebski, stellvertretender Wehrführer und Mit-Organisator der Übung, pinselte Brennpaste neben den Hauseingang.
Florian Jarzebski, stellvertretender Wehrführer und Mit-Organisator der Übung, pinselte Brennpaste neben den Hauseingang. Foto: Ute Springer
 

Unter schwerem Atemschutz drangen schließlich die Trupps in das komplett verqualmte Haus ein und begannen mit der Suche nach den vermissten Personen. Schnell waren die Puppen aus dem Keller „gerettet“, schwieriger war es, die drei Männer aus dem Obergeschoss über die schmale Treppe ins Freie zu befördern. „Es hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert“, sagte einer der Darsteller. Tatsächlich brauchten die Kameraden etwa 25 Minuten, bis alle drei ohne Blessuren nach unten gebracht worden waren.

Im Anschluss an die Übung begaben sich die Beteiligten ins Feuerwehrhaus, um Manöverkritik zu üben. „Der Überraschungseffekt ist durchweg positiv angekommen“, zog Jarzebski Bilanz.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen