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Nachhilfe für Lehrer : Experten diskutieren in Elmshorn über Datenschutz

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Netzwerk Medienkompetenz beleuchtet pädagogische und rechtliche Hintergründe der Internetnutzung.

von
erstellt am 25.Mai.2016 | 10:00 Uhr

Elmshorn | Ein Fremder spricht auf der Straße Passanten an, fragt nach ihrer Adresse, ihrem Namen, ihrem Kontostand. Was im echten Leben nach einer Unverschämtheit klingt, ist im Internet längst Alltag. Wie geht man damit eigentlich richtig um? Und was bedeutet das für den Schulunterricht? Darum ging es gestern während der Fachtagung des Netzwerks Medienkompetenz vom Kreis Pinneberg. Das Thema lautete „Datenschutz als Herausforderung für Schule – Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien“. Etwa 50 Personen nahmen daran teil, die meisten von ihnen Lehrer.

Das Netzwerk Medienkompetenz im Kreis Pinneberg wird koordiniert von Silvia Stolze und Jörn Folster vom Team Prävention und Jugendarbeit. Es gibt vier Netzwerktreffen pro Jahr, das nächste findet am 1. Juni statt. Es soll ein Forum zum Kennenlernen, Austauschen und Vernetzen mit Fachleuten aus der Medienarbeit sein. Unterstützt wird es von der Medienanstalt Hamburg Schleswig-Holstein.

Eine ähnliche Veranstaltung gab es schon einmal. Neu war: „Ein Drittel der Anmeldungen kam von Grundschullehrern – auch sie betrifft das Thema immer mehr“, sagte Netzwerkkoordinatorin Silvia Stolz. Gemeinsam mit Jörn Folster organisiert sie das Netzwerk Medienkompetenz. Dieses Mal hatten die beiden zwei Schwerpunktthemen gesetzt: Datenschutzrecht und Medienpädagogik.

Für Ersteres war Henry Krasemann vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein zu Gast in Elmshorn. Er erläuterte das Thema aus juristischer Perspektive. „Ich erkläre, welche Kommunikationsmittel Lehrer nutzen dürfen. Das sind nämlich gar nicht so viele“, so Krasemann. Vor allem junge Lehrkräfte würden über Messenger wie Whatsapp mit ihren Schülern kommunizieren. „Das ist aber laut Datenschutzverordnung in Schleswig-Holstein gar nicht erlaubt“, erklärte der Datenschutz-Experte. Denn viele Soziale Netzwerke wie Facebook haben ihren Sitz nicht in Deutschland, für die Nutzung gilt anderes Recht. Besondere Herausforderung für die Lehrer: „Die extrem schnelle Bewegung in den Medien“, sagte Krasemann. Von Studi  VZ über Facebook bis hin zu Snapchat – die Kanäle, die genutzt werden, ändern sich ständig. Was bleibt: Den Schülern mögliche Probleme zu vermitteln, wenn sie nicht richtig auf ihre Daten achten.

Die medienpädagogische Perspektive präsentierte Uli Tondorf vom Verein Aktion Kinder- und Jugendschutz Schleswig-Holstein. Wenn Jugendliche Medien nutzten, dann würden sie das nicht tun, weil das alle so machen. Stattdessen gehöre die Selbstdarstellung im Netz zur Identitätsfindung. „Man lotet dort aus, wie man auf andere wirkt“, so Tondorf. Was früher auf dem Schulhof stattfand, habe sich nun ins Internet verschoben. Ein Schulfach „Medienkompetenz“ würde Tondorf sich nicht unbedingt wünschen. „Stattdessen müsste das Thema Eingang in alle Fächer haben. In Religion würde man die ethischen Apsekte betrachten, in Deutsch die Kommunikationswege und so weiter“, sagt Tondorf.

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