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Kreis Pinneberg : Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen beim Neujahrsempfang der Senioren-Union

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Lebenserfahrung der Senioren sei etwas, was von allen Altersgruppen genutzt werden könne.

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2016 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | „Was an manchen Stellen der CDU an Mitgliedern verloren gegangen ist, ist bei der Senioren-Union angekommen“, scherzte Josef Werner, Vorsitzender der Senioren-Union (SU) des CDU-Kreisverband Pinneberg, Sonntag beim Neujahrsempfang im Rellinger Hof. Mittlerweile zähle die SU mehr als 450 Mitglieder – Tendenz steigend.

„Die Senioren-Union erfüllt eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Sie ist ein wichtiger Eckpfeiler im Kreis Pinneberg“, sagte Kreispräsident Burkhard Tiemann (CDU), der selbst dem Vorstand der SU angehört. Die Lebenserfahrung der Senioren sei etwas, was von allen Altersgruppen genutzt werden könne. Tiemann hob aber auch die politische Bedeutung hervor: „Ohne die Unterstützung der Senioren können heute keine Wahlen mehr gewonnen werden.“

„Die Terminfindung war schwer, doch man muss Rücksicht darauf nehmen, dass Imker viel beschäftigte Menschen sind“, sagte Tiemann bei der Vorstellung des Gastredners Peter Harry Carstensen. Dieser griff ein Zitat zu seinem Abschied aus der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ auf, das sowohl Werner als auch Tiemann zum Besten gegeben hatten: „Peter Harry Carstensen war vermutlich der beliebteste Ministerpräsident, den Schleswig-Holstein je hatte.“ „Sie glauben gar nicht wie viel Lob ein Mensch ertragen kann, bevor die Seele Schaden nimmt“, scherzte Carstensen und ergänzte: „Man fragt sich nur manchmal, warum hat einem das vorher keiner gesagt, als man noch im Amt war.“

Carstensen betonte wie wichtig die Erfahrungen der Senioren für die Gesellschaft seien: „Alter ist kein Verdienst, aber Erfahrung ist kein Ballast.“ Oft sei er verwundert über die Vorstellungen der Jungen Union: „Da denke ich mir oft: Denkt doch mal nach. Aber die sind ja jung und haben noch Zeit dafür.“ Der ehemalige Ministerpräsident setzte sich humorvoll mit aktuellen politischen Entwicklungen auseinander und plauderte auch aus dem Nähkästchen: „Ich kann kein Instrument spielen und nicht singen. Nur Summen. Das ist auch der Grund, warum ich Imker geworden bin.“ Seine erste Idee, Wein anzubauen, sei gescheitert: „Wenn Sie den in den Garten kippen, geht der Rasen weg.“

Kritik am Nachfolger

„Wenn ich meine Nachfolger und den Rest in Kiel kritisiere, dann weil Schulden gemacht werden in Zeiten, in denen es so viele Steuereinnahmen gibt wie nie zuvor“, rechnete der 70-jährige Carstensen mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) ab. Auch die Ideen, Steuern zur Finanzierung der Flüchtlingsunterbringung zu erhöhen, sah Carstensen kritisch: „Die Regierung ist nicht dafür da, den leichtesten Weg zu gehen, sondern nachzudenken.“ Auch Ralf Stegner, stellvertretender Bundesvorsitzender und Landesvorsitzender der SPD, bekam sprichwörtlich sein Fett weg: „Über den ärgere ich mich häufiger. Ralf Stegner, Erfinder des Sodbrennens.“

„Gehen Sie gut mit den Leuten um. Die können nichts dafür. Sie machen das, was jeder tun würde, wenn er in eine ähnliche Situation käme“, sagte Carstensen zur Flüchtlingsdiskussion. Verwaltung, Verfahren und Krisenmanagement dürften kritisiert werden. Doch dürfe man nicht die Menschen angreifen, die sich entschieden hätten, ihre Heimat zu verlassen. „Es ist notwendig, dass wir dafür sorgen, dass Kriege beendet werden.“

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