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Mit interaktivem Quiz : Europäischer Tag des Fahrrads: Am 19. Juni wird fürs Klima geradelt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Für die 21. Auflage der großen Sternfahrt nach Hamburg gibt es elf Startpunkte im Kreis Pinneberg. Keine Anmeldung ist notwendig.

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erstellt am 03.Jun.2016 | 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg/Hamburg | Fürs Klima in die Pedale treten, darum geht’s am Sonntag, 19. Juni. Zum 21. Mal haben hunderte Radfahrer aus dem Kreis Pinneberg ein Ziel: den Hamburger Rathausmarkt. Dorthin machen sich aus dem Speckgürtel etliche Radfahrer auf den Weg, um sternförmig aus allen Richtungen in die Hansestadt zu radeln. 70 Startpunkte gibt es rund um Hamburg, elf davon befinden sich im Kreis Pinneberg.

Der Europäische Tag des Fahrrades ist ein Aktionstag in einigen europäischen Ländern und findet seit 1998 jährlich am 3. Juni statt. Er wurde anlässlich der zunehmenden Verkehrsdichte durch Autos  eingeführt. Er soll darauf hinweisen, dass das Fahrrad das umweltfreundlichste, gesündeste und sozial verträglichste Fortbewegungsmittel ist. Anfang Juni werden deshalb verschiedene Aktionen rund ums Rad und Sternfahrten veranstaltet.

Die bundesweite Aktion nennt sich „Mobil ohne Auto“ (MoA) und findet seit 1995 jedes Jahr am dritten Juni-Sonntag statt. Ziel ist die Demonstration für umwelt- und sozialverträgliche Mobilität. „Vergangenes Jahr haben etwa 30  000 Leute teilgenommen. Das hängt aber immer sehr vom Wetter ab“, sagt Thomas Schönberger vom MoA-Vorstand. Auch der heutige Europäische Tag des Fahrrads soll darauf aufmerksam machen, dass es sich dabei um das umweltfreundlichste, gesündeste und sozial verträglichste Fortbewegungsmittel handle.

Gestartet wird am Bahnhof Elmshorn um 10.30 Uhr, ab Tornesch um 11.15 Uhr – ebenfalls ab dem Bahnhof – und in Uetersen treffen sich die Radler auf dem Marktplatz, Start ist um 11.15 Uhr. In Pinneberg ist der Treffpunkt der Drosteiplatz, los geht’s um 12.30 Uhr. „Und zwar auf die Minute genau, sonst schaffen wir die anderen Treffpunkte nicht rechtzeitig“, sagt Ulf Brueggmann, Sprecher der Pinneberger Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC).

Zahlen und Fakten rund ums Rad
  • Zirka 68 Millionen Drahtesel gab es Anfang 2014 in privaten Haushalten.
  • Etwa 2,1 Millionen Elektrofahrräder fuhren Ende 2014 über deutsche Straßen. 480.000 wurden allein 2014 verkauft, ein Plus von 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
  • In der Bundesrepublik fuhren 2014 knapp 12,5 Millionen Leihräder. 14 Prozent nutzten ihr Rad 2015 täglich, 24 Prozent mehrmals die Woche.
  • Zirka zehn  Prozent aller Wege werden in Deutschland mit dem Fahrrad erledigt (in Dänemark 18 Prozent, in den Niederlanden 27 Prozent).
  • Zwei von drei Radfahrern in Deutschland  nutzten 2015 ihren Drahtesel für Einkäufe, Erledigungen und Ausflüge.
  • 29 Prozent radelten 2015 auch zur Arbeit. 2013 waren es noch 25 Prozent.
  • Käufer ließen sich 2015 ein Rad im Schnitt 685 Euro kosten, zehn Prozent von ihnen zahlten 1000 Euro oder  mehr dafür.
  • Knapp 335200 Fahrräder wurden 2015 bundesweit gestohlen (2014: 339700). Die Aufklärungsquote lag bei 9,6 Prozent.
  • 2015 fuhren 16 Prozent der Radfahrer immer und weitere 15 Prozent meistens mit Helm, 50 Prozent setzten hingegen  nie einen Fahrradhelm auf.
  • 2014 kamen auf Deutschlands Straßen 396 Fahrradfahrer bei Unfällen ums Leben. 77900 Radfahrer wurden verletzt, davon 14500 schwer.
  • Eine allgemeine Helmpflicht für Fahrradfahrer hält mehr als die Hälfte der Deutschen für sinnvoll. 58 Prozent der Befragten sagten bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, die Pflicht „voll und ganz“ oder „eher“ zu befürworten. Zirka ein Drittel – etwa 34 Prozent – lehnt eine solche Vorschrift dagegen „eher“ oder „ganz und gar“ ab.
 

In Rellingen geht’s um 12.45 Uhr am Rathaus los, in Halstenbek trifft man sich für 13 Uhr am Bahnhof und in Schenefeld auf dem Holstenplatz um 13.30 Uhr. Aus Wedel führt ein weiterer Sternenarm nach Hamburg. In der Rolandstadt ist schon um 8.15 Uhr Treffpunkt am S-Bahnhof. Kreis Pinneberger, die nördlicher wohnen, fahren ab 11 Uhr von Ellerau los. Dort ist der Treffpunkt das Freibad. In Quickborn trifft man sich um 11.30 Uhr am Rathaus und in Hasloh ebenfalls um 11.30 Uhr an der Peter-Lunding-Schule.

„2015 sind mehrere hundert Teilnehmer aus dem ganzen Kreis mitgeradelt“, erinnert sich Brueggmann, der selbst zwischen 5000 und 7000 Kilometer jährlich radelt und dessen ADFC-Gruppe verantwortlich für die Route ab Pinneberg zeichnet.

Um 15 Uhr beginnt auf dem Hamburger Rathausmarkt eine Abschlusskundgebung. Dafür ist bereits Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz angefragt worden. „Bisher haben wir auch noch keine Absage erhalten“, sagt Schönberger auf Anfrage dieser Zeitung.

 

Generell lobt der MoA-Vorsitzende das Engagement der Hamburger Politik und Verwaltung. „Die Stadt ist ernsthaft bemüht“, sagt Schönberger. Verbessern lasse sich die Situation für Radfahrer in der Hansestadt jedoch allemal. Der Verein Mobil ohne Auto kritisiert unter anderem die Diskussionsform bei der Umgestaltungsplanung der Walddörferstraße in Hamburg. Die Belange der Radfahrer seien nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Die Radwegesituation ist auch im Kreis Pinneberg längst nicht optimal. „Würde ich den Radwegen im Kreis eine Schulnote geben, wäre das eine glatte Neun“, sagt Brueggmann deutlich.

In Berlin versucht man derzeit einen Fahrrad-Volksentscheid auf den Weg zu bringen. Ziel: bessere Radwege, bessere Verkehrsanlagen, mehr Fahrradparkplätze und viele weitere Punkte, die Berlin fahrradfreundlicher machen sollen. Wäre das was für den Kreis Pinneberg? „Das ist eine tolle Idee und ein toller Ansatz“, bewertet Brueggmann. „Doch ich befürchte, dass so etwas bei uns nicht durchsetzbar ist. Dafür fehlt uns leider die Man-Power. Und wir sind schon eine vergleichsweise aktive Gruppe“, sagt Brueggmann. Im Kreis Pinneberg hat der ADFC drei Ortsgruppen: Wedel, Elmshorn und Pinneberg. Alle zusammen haben mehr als 1000 Mitglieder.

Und warum sollte man sich nun überhaupt auf den Sattel schwingen? „Weil es der Gesundheit förderlich ist, den übrigen Verkehr entlastet, umweltfreundlich und zeitgemäß ist und vor allem weil es so viel Spaß macht“, sagt Brueggman.

Wer hat´s gesagt? 

 

(mit dpa)

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