EU-Geld für Op de Deel und Juze

Günter Nuppenau (von links) und Holger Martinsteg von Op de Deel sowie die Gemeindevertreter Hermann Höppner und Peter Boll aus Klein Offenseth-Sparrieshoop freuen sich über EU-Geld für ihre Projekte.
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Günter Nuppenau (von links) und Holger Martinsteg von Op de Deel sowie die Gemeindevertreter Hermann Höppner und Peter Boll aus Klein Offenseth-Sparrieshoop freuen sich über EU-Geld für ihre Projekte.

Aktiv-Region vergibt Förderungen nach Hetlingen und Klein Offenseth-Sparrieshoop

shz.de von
30. Mai 2018, 16:00 Uhr

Bei der Vorstandssitzung der Aktiv-Region Pinneberger Marsch und Geest wurde die Förderung weiterer regionaler Projekte gebilligt. Die Op-de-Deel-GbR, eine Privatinitiative zum Erhalt der ortsprägenden Hetlinger Reetdachkate als Tagungsstätte, erhält 100 000 Euro für die Gebäudesanierung. Die Gemeinde Klein Offenseth-Sparrieshoop kann mit etwa
94 000 Euro für den Bau eines Jugendzentrums im Ortskern rechnen.

Die Pinneberger Marsch und Geest ist eine von 22 Aktiv-Regionen im ländlichen Raum Schleswig-Holsteins, die von der EU-Förderung durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) profitieren. Über die Vergabe des Geldes entscheidet der Vereinsvorstand, bestehend aus sieben Kommunalpolitikern und acht Wirtschafts- und Sozialpartnern. Seine neunte Sitzung hielt der Vorstand in einem symbolträchtigen Gebäude ab: Die alte Ahrenloher Schule wurde jüngst zum Dorfgemeinschaftshaus des Tornescher Ortsteils Ahrenlohe umgestaltet, ebenfalls mit Hilfe von Eler-Geld.

Einen Treffpunkt in ihrer Gemeinde Hetlingen wünschen sich auch die 14 Gesellschafter der Privatinitiative Op-de-Deel-GbR. Das ehemalige Bauernhaus von 1850, in dem die Gaststätte Op de Deel untergebracht war, drohte abgerissen zu werden. Mit privaten Einlagen haben 14 engagierte Bürger das Gebäude gekauft. „Wir möchten es als Versammlungsstätte erhalten. Hetlingen hat viele Vereine und Verbände, wir sind ein reges Dorf“, sagt GbR-Sprecher Günter Nuppenau.

Jürgen Manske, Vorsitzender der hiesigen Aktiv-Region, war voll des Lobes: „Ich bin total begeistert von der Idee, die Gründung einer GbR ist einmalig in unserer Region.“ Die Vergabe von Eler-Fördergeld bemisst sich nach einer streng vorgegebenen Punktevergabe. Besonders gut schnitt die GbR aufgrund ihrer Modellhaftigkeit ab und weil sie den „Ortskern zukunftsfähig gestaltet“.

Sie plant aufgrund vieler Eigenleistungen mit einer geringen Investitionssumme von 311 000 Euro und erhält Fördergeld in Höhe von 100 000 Euro. Das Reetdach soll komplett überdeckt, die Heizung saniert, Fenster und Türen ausgetauscht und der Sanitärbereich vollständig erneuert werden.

In Klein Offenseth-Sparrieshoop ist der Bau eines Jugendzentrums (Juze) geplant. Eine Umfrage unter allen 14- bis 18-Jährigen hatte ergeben, dass der Wunsch danach groß sei. „Wir hoffen, dass daraus dann auch ein Jugendbeirat entsteht“, so Peter Boll vom Familienausschuss, „denn in der Gemeindevertretung werden wir immer älter.“ Geplant ist, das Juze in der Nähe des Dorfzentrums zu errichten, auf einem bereits erschlossenen Grundstück der Gemeinde. Der Vorstand der Aktiv-Region Pinneberger Marsch und Geest befand das Vorhaben für förderungsfähig, konnte allerdings keine Modellhaftigkeit feststellen. Statt der veranschlagten 100 000 Euro fließen daher 94 000 Euro.

Für „Jugend gestaltet nachhaltige Zukunft“ erhielten drei regionale Schulen den Zuschlag. Die Klaus-Groth-Schule in Tornesch, das Johann-Rist-Gymnasium in Wedel und die Gemeinschaftsschule Am Himmelsbarg in Moorrege erhalten Mittel für eine Projektwoche zu Umweltthemen.

Da der Verein die selbst gesetzten Förderungsziele genau einhalten muss, verhandelte der Vorstand auch über eine anstehende Strategieänderung. Jede Umverteilung der Fördertöpfe muss von der Bewilligungsbehörde, dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), abgesegnet werden. Da der Topf „Mit Ressourcen nachhaltig umgehen“ bisher verhältnismäßig wenig gefragt war, werden hier 300 000 Euro frei. Diese kommen dem Thema „Ortskerne zukunftsfähig gestalten“ zugute. Sollte sich ein verwaltungsrechtlicher Weg finden, die Schulsozialarbeit zu fördern, fließen hingegen
50 000 Euro davon in „Lokale Bildungslandschaften aufbauen und stärken“. Unverändert bleibt „Land und Natur erleben“. Insgesamt verfügen die vier Töpfe noch über etwa
950 000 Euro. Welche Vorhaben förderungswürdig sind, ist auf der Homepage einsehbar. Regionalmanager Dirk Appel weist jedoch darauf hin: „Das Kontingent für private Projekte ist bereits verbraucht, die letzten Mittel erhält die Op-de-Deel-GbR.“ Während der laufenden Förderperiode bis Ende 2020 werden daher nur noch öffentliche Projekte gefördert.

www.aktivregion-pinneberg.de

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