Herr Holm im Interview : „Es reicht nicht, komisch zu sein“

Ein Polizist mit Witz: Dirk Bielefeldt begeistert als Herr Holm schon seit mehr als zwei Jahrzehnten das Publikum.
Ein Polizist mit Witz: Dirk Bielefeldt begeistert als Herr Holm schon seit mehr als zwei Jahrzehnten das Publikum.

Vor seinem Auftritt bei „Appen musiziert“ am 12. April spricht Komiker Dirk Bielefeldt über seine Figur Herr Holm.

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01. März 2014, 10:40 Uhr

Appen | Dirk Bielefeldt ist mit der Figur des Polizisten Herr Holm schon seit mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreich. Auszüge aus seinem Programm sind am Sonnabend, 12. April, bei „Appen musiziert“ zu sehen. Im Interview mit unserer Zeitung spricht Bielefeldt über Auftritte im Gefängnis und erzählt, welchen Humor er privat bevorzugt.

Was erwartet die Besucher in Appen?
Was ich inhaltlich zeigen werde, ist noch nicht klar. Eins ist aber sicher: Bei Herrn Holm geht es immer darum, den vermeintlich etwas unbedarften Bürger aufzuklären und ihn davon abzuhalten, Straftaten zu begehen.

Sie sind nach 2005 bereits zum zweiten Mal bei „Appen musiziert“ dabei. Was gefällt Ihnen an der Veranstaltung?
Die Stimmung ist toll, so dass es riesigen Spaß bringt, hier auf der Bühne zu stehen. Dazu kommt der Hintergrund. Es ist bemerkenswert, was „Appen musiziert“ für schwer kranke Kinder leistet. Deshalb ist es für mich klar, dass ich diese Arbeit unterstütze und ohne Gage auftrete.

Wieso liegt Ihnen soziales Engagement am Herzen?
Wenn ich etwas tun kann, mache ich das gerne. So trat ich beispielsweise vor kurzem in einem Gefängnis auf. Das war schon etwas ganz Besonderes. Ich wollte den Gefangenen mal etwas kulturelle Abwechslung vom sonst vermutlich eher tristen Alltag bieten.

Wie viel von Herrn Holm steckt im privaten Dirk Bielefeldt?
Nicht so viel. Ich bin bestimmt nicht der Spießer, den Herr Holm darstellt. Ich bin auch kein extrovertierter Typ, der privat besonders lustig ist, auf Partys gerne Witze erzählt und im Mittelpunkt steht. Ganz im Gegenteil. Manchmal habe ich aber doch den Schalk im Nacken und kann mir scharfe Pointen nicht verkneifen. Genauso wie bei Herrn Holm ist das Ziel, lustig zu sein. Es geht nicht darum, jemanden zu verletzen.

Was mögen Sie privat für Humor?
Für mich gehört das Visuelle zwingend dazu. Ein bekanntes Beispiel dafür ist „Mr. Bean“. Slapstick wie Buster Keaton oder „Dick und Doof“ gefällt mir ebenfalls. Auch Monty Python finde ich grandios. Das ist die Art von Humor, die ich schätze. In Deutschland hält das Feuilleton jedoch vor allem das Kabarett hoch. Wenn jemand etwas über Angela Merkel sagt, ist das gleich hochwertig. Es reicht nicht, nur komisch zu sein. Immer wird die Sinnfrage gestellt. Vielleicht nehmen wir Deutschen selbst den Humor zu ernst.

Hat sich die Figur des Herrn Holm im Laufe der Jahre verändert?
Rein äußerlich auf jeden Fall. Schließlich trägt Herr Holm statt einer grünen inzwischen eine blaue Uniform. Ansonsten ist es wichtig, dass die Figur mit der Zeit geht. Deswegen geht es in meinem neuen Programm auch um neue Medien und Themen wie die Vorratsdatenspeicherung. Es ist notwendig, dass sich Herr Holm mit dem auseinandersetzt, was die Menschen bewegt. Ansonsten ist er irgendwann antiquiert. Dass Herr Holm an der Realität manchmal scheitert, gehört dazu.

Mit Herr Holm sind Sie schon seit Jahrzehnten erfolgreich. Können Sie sich ein Leben ohne ihn vorstellen?
Ich könnte mir vorstellen, auch mal in neue Rollen zu schlüpfen. Das habe ich schon ab und an getan. Mit Figuren, die nichts mit der Polizei zu tun haben, lässt sich ein völlig anderer Humor auf die Bühne bringen. Das sind momentan aber eher lose Ideen.

Wie ist denn Ihr Verhältnis zur Polizei?
Sehr gut. Ich bin hervorragend vernetzt und trete beispielsweise bei der Eröffnung des Polizeimuseums auf. Daran sieht man, dass die Polizei mich auch nutzt, um für sich zu werben. Wenn ich etwas wissen will, werde ich sehr zuvorkommend behandelt.

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