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Tafel Schenefeld-Halstenbek : „Es muss sich niemand schämen“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wichtige Hilfe für Hunderte Haushalte: Die Einrichtung unterstützt Hartz-IV-Empfänger - und braucht dringend weiter Unterstützung.

shz.de von
erstellt am 25.Okt.2013 | 16:00 Uhr

700 Hartz-IV-Empfänger in Schenefeld, 400 Haushalte in Halstenbek mit Anspruch auf Sozialhilfe. Doch bei der seit dem 6. Dezember 2012 aktiven Tafel Schenefeld-Halstenbek nutzen bislang „nur“ 330 Menschen die Donnerstags-Ausgabe von Lebensmitteln. Ein Drittel davon sind Kinder. Mathias Schmitz prognostiziert: Es werden mehr. Im Halstenbeker Borchert-Gymnasium ging der Tafel-Chef deshalb auf Werbetour: „Wir brauchen mehr Mitglieder, mehr tatkräftige Helfer, Unterstützung durch Kaufleute, Lebensmittel-Transporter und Fahrer.“

Linda Hoß-Rickmann, Bürgermeisterin von Halstenbek, nahm sich extra Zeit, nicht nur durch ihre Anwesenheit das gemeinsame Projekt zu unterstützen. Die Verwaltungschefin kündigte an, alle Hebel in Bewegung zu setzen, dass Halstenbeks Bedürftige „ihre Schamgrenze überwinden“ und das Angebot nutzen. Denn laut Schmitz sind zurzeit lediglich 45 Halstenbeker bei der Tafel registriert. Mitglieder der Ideenwerkstadt Halstenbek sorgen seit dem Frühjahr mit Privat-Pkw dafür, dass sieben betroffene Personen, die auf Grund des miserablen Busanschlusses nicht zum Osterbrooksweg 13 a nahe des „Stadtzentrums“ Schenefeld gelangen, zur Ausgabestelle gebracht werden.

Auch hier: „Tendenz steigend“, berichtete Ideenwerkstatt-Mitglied Dagmar Falkenberg. Deshalb würde künftig auch das Angebot der Gemeinde Halstenbek, den Transporter der Ortsjugendpflege benutzen zu können, mehr genutzt werden.

Der Shuttle für Bedürftige ist ein Thema. Fehlende Fahrer ein zweites Problem. Der Transport von Lebensmitteln eine dritte Baustelle. Schmitz blickt trotzdem optimistisch in die Zukunft: Er wolle Geldreserven aus Spenden so geschickt anlegen, dass die Anschaffung eines Kühltransporters möglich sein wird.

Die Schenefelder Tafel, eine von 914 im Bundesgebiet, sei ein Erfolgsmodell, betonte Schmitz im Namen seines 60-köpfigen ehrenamtlichen Helferteams, „schreibt 2012/2013 Schwarze Zahlen.“ Pro Monat falle eine Miete in Höhe von 1800 Euro an, der Zuschuss der Stadt Schenefeld – insgesamt 10 000 Euro – halte dem Verein den Rücken frei. Schmitzt versprach: Er arbeite vehement daran, dass der Einrichtung nicht in drei Jahren die Luft ausgeht. „Ich will noch mehr Gewerbetreibende für die Mitgliedschaft überzeugen“, kündigte Schmitz an.

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