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Pinneberg : „Es ist doch im Volksmund so drin“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Umfrage: Wie stehen die Pinneberger Bürger zu dem Vorstoß, dem Drosteivorplatz einen offiziellen Namen zu verleihen?

Der Volksmund nennt ihn Drosteivorplatz. Die Stiftung der Landdrostei will ihn offiziell Drosteiplatz nennen, was die Stadtverwaltung zwar unterstützt, aber mit der Bezeichnung Dingplatz dennoch einen Alternativvorschlag ins Spiel gebracht hat. Aber was wollen die Bürger? Das Pinneberger Tageblatt hörte sich Dienstag während des Wochenmarkts auf dem zentral gelegenen Pinneberger Areal um.

„Dingplatz? Wer kann mit Dingplatz etwas anfangen?“, fragt Meike Ruhe. „Für mich bleibt es wahrscheinlich immer der Drosteivorplatz“, sagt die 63-jährige Prisdorferin. Entscheidend ist für sie aber ohnehin etwas anderes: „Der Platz muss mit Leben gefüllt sein. Ob er einen offiziellen Namen hat oder nicht, ist nicht so wichtig.“

Keinen Handlungsbedarf sieht Frank Kügler aus Pinneberg. „Ich finde das Altbewährte gut. Warum sollte man es ändern? Es ist doch im Volksmund so drin“, verweist der 46-Jährige darauf, dass der Vorplatz der Drostei bisher auch ohne offizielle Bezeichnung gut ausgekommen ist.

Susanne Hahn, die aus Hamburg zu Gast ist, teilt diese Meinung: „Wenn der Platz im Volksmund so bekannt ist, macht es keinen Unterschied, ob er einen Namen trägt oder nicht.“ Dingplatz? Drosteiplatz? „Spontan finde ich beide Vorschläge nicht so ansprechend“, kommentiert die 37-Jährige die aktuellen Optionen.

Im Alter von zwölf Jahren kam Mustafa Ertürk aus Istanbul nach Pinneberg – heute ist er 60. „Ich kenne den Platz seit fast 50 Jahren als Drosteivorplatz. Wenn er umbenannt werden soll, dann in Drosteiplatz. Dingplatz ist kein schöner Name“, findet Ertürk. Ähnlich sieht es Peter Kusch aus Pinneberg. „Wenn schon, dann Drosteiplatz“, unterstützt er den Vorschlag der Stiftung. Zuvor allerdings hat er die Frage nach der Notwendigkeit bereits klar beantwortet: „Nein. Wozu auch? Jeder Pinneberger kennt den Platz als Drosteivorplatz.“

Ein Name mit historischer Bedeutung

Und das solle so bleiben, findet eine Pinnebergerin, die seit 40 Jahren in der Stadt lebt, aber nicht namentlich genannt werden möchte. „Dingplatz gefällt mir überhaupt nicht. Mit Drosteiplatz könnte ich aber auch gut leben“, sagt sie.

Gänzlich anderer Ansicht ist Erika Rieckhoff. „Es wäre ganz schön, wenn der Platz einen schöneren Namen bekäme“, sagt die Pinnebergerin. Ob Drosteiplatz oder Dingplatz – diese Frage stellt sich für sie nicht. „Dingplatz finde ich schöner, vor allem, weil man über die Bezeichnung nachdenken muss und sie das Geschichtsbewusstsein fördert. Schließlich ist es ein alter Thingplatz“, plädiert die 66-Jährige für die Anlehnung an die historische Bestimmung des Areals als Ort von Gerichtsversammlungen nach germanischem Recht.

Von einer Umbenennung möchte Hilde Roski indes nichts wissen. „Das finde ich nicht so gut“, sagt die 76-Jährige, die aus Pinneberg stammt, und begründet ihre Meinung so: „Drosteivorplatz – so kenne ich ihn seit meiner Geburt. Mir gefällt die alte Bezeichnung am besten.“

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