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Im Wald fit für den Alltag werden : Es gibt sie an mehreren Orten im Kreis Pinneberg - aber sind „Trimm-Dich-Pfade“ noch zeitgemäß?

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sie stehen in vielen Wäldern zur Verfügung. Werden aber kaum noch genutzt. Wir geben Anleitungen und erläutern die Übungen.

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erstellt am 01.Sep.2015 | 14:30 Uhr

Kreis Pinneberg | Mitten im Pinneberger Fahlt stehen sie: Acht Geräte, die zunächst wie Spielgeräte aussehen. Aber hier geht es um die Fitness. Ob Sportmuffel, fortgeschrittene Sportler, jung oder alt - für jeden ist etwas dabei. Denn: „Die Geräte haben einen hohen Aufforderungscharakter“, sagt Michael Brückner, Sportwissenschaftler amRehastudio in Schenefeld.

Zahlreiche Spaziergänger ziehen an den Geräten vorbei. Ein Mann hält an, macht einen Klimmzug an einer der Reckstangen. „Zehn Stück musst du machen“, rufen seine Freunde. Der Mann lässt sich nach einem Klimmzug zurück auf den Boden sacken und lacht nur. Auch die Sportler des VfL Pinneberg zieht es regelmäßig in den Fahlt, so Geschäftsführer Uwe Hönke. „Ich finde die Geräte sehr gut“, sagt er.

Zahlreiche Trimm-Dich-Pfade entstanden bereits in den 1970er Jahren. Trotzdem, so Sportwissenschaftler Brückner, seien die Pfade noch zeitgemäß. „Es ist eine super Ergänzung, man nutzt das, was da ist, um zu trainieren.“ Die Übungen seien eine Möglichkeit präventiv gegen Volkserkrankungen vorzugehen.

Einige Geräte im Pinneberger Waldstück sind bereits etwas älter, im Februar wurde das Freiluft-Fitnessangebot jedoch um drei Geräte erweitert. Laut Beschilderung dürfen die Geräte erst ab 14 Jahren benutzt werden, zudem wird es kranken Menschen empfohlen zunächst mit ihrem Arzt zu sprechen, bevor sie dort trainieren.

Direkt hinter dem Rosengarten steht das erste Gerät. Zwei Ringe hängen an einem großen Gestell. Laut Zeichnung sollen die Sportler sich hier an den Ringen festhalten und dabei die Hüften kreisen lassen. „Die Sinnhaftigkeit dieser Übung hat sich mir nicht erschlossen“, sagt Brückner. Schlägt aber vor, die Ringe stattdessen als erschwerende Komponente beim Eigengewichtstraining zu nutzen. „Das ist eher etwas für Leute, die schon ein wenig mehr Erfahrung haben“, so Brückner. Nur wenige Schritte weiter stehen mehrere Balken. Anders, als an den anderen Geräten gibt es hier keine Übungsbeschreibung. Brückner beugt sich herunter, stützt die Arme auf und springt mit viel Sprung über die Stämme. „Hockwenden – eine der Grundübungen auf dem Trimm-Dich-Pfad,“ sagt der Sportwissenschaftler. Generell gehe es bei allen Übungen darum, den ganzen Körper zu trainieren.

Die Geräte sind aus Metall statt Holz

Gegenüber steht eines der neuen Geräte. Statt Holz wurde hier Metall als Material verwendet. Die Anleitungen sind ausführlicher als bei den älteren Geräten und auf einer Grafik wird nicht nur die Übung gezeigt, sondern auch erläutert, welche Muskelpartien damit trainiert werden sollen. An dieser Station geht es um Dehnung und Kräftigung des Bizeps und der Rückenmuskulatur.

Die Stangen, an denen sich die Sportler – ähnlich wie bei einem Klimmzug – langsam absacken lassen sollen, haben unterschiedliche Höhen. „Damit sind die Geräte für Menschen mit unterschiedlichen Größen“, sagt Brückner.

Eine solches Gerät ist der Balken, der in luftiger Höhe zwei unterschiedlich hohe Pfähle miteinander verbindet. Die Waldsportler sollen darunter hochspringen und können an den Markierungen – die sie per Handschlag erreichen müssen – ablesen, wie hoch sie es geschafft haben. Die Sprünge müssen zehnmal wiederholt werden. „Die Höhen-Anzeige ist eine tolle motivierende Komponente“, sagt Brückner, nachdem er mehrmals die Marke mit 2,60 Meter erreicht hat.

Ein Stufenreck steht auf der selben Seite des Waldweges. „Das ist ein Gerät aus den Anfängen der „Trimm-Dich“-Bewegung, denn die Initiatoren stammten häufig aus dem Turnerbereich“, sagt Brückner. An dem Gerät gibt es keine explizite Beschreibung der Übung. Kinder würden häufig keine Anleitung brauchen und sich an der Reckstange einfach ausprobieren.

Nur wenige Schritte weiter wird an einem neuen Angebot gedehnt. „Man bräuchte dazu nicht unbedingt ein Gerät“, erläutert Brückner. Die Übungen könnten auch mit Hilfe eines Baums gemacht werden. Trotzdem sei das Angebot durch die Anleitung hilfreich. Nicht jedes Angebot sei allerdings für jeden Sportler geeignet. „Die Übungen sind in Eigenverantwortung zu machen, wenn man merkt, dass etwas nicht geht, sollte man es lieber lassen“, sagt der Sportwissenschaftler. Aus diesem Grund sei es gut, dass es keine Bänke für Bauch- und Rückenübungen gebe, denn diese würden eine erhöhte Verletzungsgefahr mit sich bringen.

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