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Zu Besuch im Fundbüro : „Es gibt noch viele ehrliche Finder“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Pinneberger Fundbüro sind dieses Jahr etwa 250 Fundstücke abgegeben worden – vom Ausweis bis zur Zahnprotese.

Pinneberg | Hörgeräte, Rollatoren, Zahnprotesen, Portemonnaies, Handtaschen und Kuscheltiere: Im Pinneberger Fundbüro warten einige Gegenstände auf ihren Besitzer. Auch viele Schlüssel – für Autos und Wohnungen – hängen an der Wand in Björn Hinz’ Büro. „Es werden mehr Schlüssel abgegeben als abgeholt“, sagt der 28-Jährige. Seit zweieinhalb Jahren hat er den Überblick über die Fundstücke. Etwa 250 Dinge wurden in diesem Jahr bereits abgegeben, so Hinz. „Es werden bestimmt noch um die 300“, ist er sich sicher.

Schlüssel und Portemonnaies werden oft in das Zimmer 266 des Rathauses (Bismarckstraße 8) gebracht. „Bei meinem Vorgänger wurde mal ein Briefumschlag abgegeben, darin ein vierstelliger Geldbetrag“, sagt Hinz. Es gebe noch viele ehrliche Finder. Kürzlich habe er Post von der Deutschen Botschaft auf Mallorca bekommen. Auf der Insel wurde die Geldbörse eines Pinnebergers gefunden. „Ich hatte das Fundstück morgens auf meinem Schreibtisch und am selben Vormittag wurde es hier abgeholt, der Besitzer war noch sonnengebräunt und hat sich sehr gefreut“, berichtet Hinz. Dokumente im Ausland zu verlieren sei durchaus problematisch.

Aber auch hierzulande reagiere der ein oder andere panisch auf den Verlust des Personalausweises. „Dabei ist das erst einmal gar nicht so schlimm. Wichtig ist aber, den Ausweis als verloren zu melden, dann kann der Besitzer auch im Missbrauchsfall nicht belangt werden“, erklärt der Uetersener.

Wer etwas im Fundbüro abgibt hat auch den Anspruch auf Fundrecht. „Finder können den Eigentumserwerb beantragen, das passiert bei Fahrrädern oft“, so Hinz. Im Keller des Rathauses lagern einige Räder. Einmal im Jahr werden sie und andere Stücke, für die sich nach sechs Monaten kein Besitzer gemeldet hat, versteigert. Das Fundbüro ist dann nicht mehr verpflichtet sie zu verwahren. Bei der vergangenen Versteigerung Anfang September kamen 2200 Euro zusammen. Das Geld fließe in die Verwaltung. Auch die Verwahrung derFundstücke kostet: Bei einem Wert bis zu 25 Euro muss der Besitzer bei Abholung drei Euro zahlen, bis 50 Euro sind es sieben.

Seit rund drei Jahren kann auch online nach dem verlorenen Hab und Gut gesucht werden: „Rund dreißig Prozent der Anfragen kommen über’s Internet – über Fundinfo oder per E-Mail“, so Hinz. Das Fundbüro ist unter der Telefonnummer (0 41 01) 21 13 34 zu erreichen.

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