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Pflege in Hasloh : Es gibt einen hohen Informationsbedarf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gemeinsame Veranstaltung des Hasloher Seniorenbeirats und Sozialverbands Deutschland erweist sich als Publikumsmagnet.

von
erstellt am 27.Feb.2015 | 14:15 Uhr

Hasloh | Das Thema traf offenbar den Nerv der etwa 50 Besucher, die ins Hasloher Dörpshus gekommen waren: Was bedeutet Pflegebedürftigkeit? Welche Leistungen können wann in Anspruch genommen werden? Und wie viel davon übernimmt die Pflegeversicherung?

„Es gibt seit dem 1. Januar zahlreiche Veränderungen – wenn ich auf alle eingehen würde, säßen wir morgen früh noch hier“, dämpfte Referentin Bianca Trebbin gleich zu Beginn die Erwartungen der Zuhörer.

Die Leiterin des Pinneberger Pflegestützpunkts schlug deshalb vor, gezielte Fragen dann zu stellen, wenn diese sich während ihres Vortrags ergeben. Für ausführliche individuelle Beratungen und Hilfen könnten sich Interessierte jederzeit an die Pinneberger Einrichtung wenden.

„Was wir momentan erleben, ist eine Überbrückungsphase, es gibt viele kleine positive Schritte“, erläuterte Trebbin. Etwa zahlreiche Verbesserungen für die, die bereits eine der sogenannten Pflegestufen hätten oder für berufstätige Angehörige, die sich leichter vom Arbeitgeber für die Pflege freistellen lassen könnten.

Zugang zu Leistungen nicht leichter geworden

„Entscheidend ist aber, dass der Zugang zu Leistungen nicht erleichtert wurde“, sagte die Referentin. Nach wie vor müsse der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MdK) die Pflegebedürftigkeit – und damit den Hilfebedarf – feststellen. „Viele machen den Fehler, sich für diesen Termin besonders schick zu machen, die Wohnung blitzblank zu putzen und sich von der besten Seite zu präsentieren – was dann häufig zur Ablehnung führt“, erklärte Trebbin. Auch schambehaftete Themen wie beispielsweise Inkontinenz würden oft gar nicht erst angesprochen. „Machen Sie sich vorher Notizen: Welche Hilfe im Alltag, im Umfeld, im persönlichen oder medizinischen Bereich ist tatsächlich nötig?“, empfahl die Expertin.

Eine besondere Situation ergebe sich dann, wenn Demenzerkrankungen vorlägen. „Hier wird nicht aufgrund der körperlichen, sondern hinsichtlich der geistigen Fähigkeiten eingestuft“, so Trebbin. Liege etwa eine Eigen- oder Fremdgefährdung vor, müsse kompetente Hilfe schnell gewährleistet sein. „Die Pflegekasse sieht dann sowohl Geldleistungen als auch Sachleistungen vor“, beschrieb die Referentin. Zahlreiche Nachfragen und eine angeregte Diskussion rundeten den Nachmittag ab.

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