Pinnebergs Kreiswehrführer Bernd Affeldt : Es gibt ein Leben nach der Feuerwehr

Pünktlich zum Jahreswechsel wird Bernd Affeldt sein Amt als Kreiswehrführer an seinen Nachfolger übergeben. Auf diesem Foto steht er noch einmal in einem der größten Projekte seiner Amtszeit: Der neuen Fahrzeughalle für die Kreiseinheit ABC-Dienst.
Pünktlich zum Jahreswechsel wird Bernd Affeldt sein Amt als Kreiswehrführer an seinen Nachfolger übergeben. Auf diesem Foto steht er noch einmal in einem der größten Projekte seiner Amtszeit: Der neuen Fahrzeughalle für die Kreiseinheit ABC-Dienst.

Kreiswehrführer Bernd Affeldt hört morgen nach zwölf Jahren Dienst an der Spitze der Löschkräfte auf.

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30. Dezember 2014, 10:00 Uhr

Kreis Pinneberg | Zwölf Jahre lang stand Bernd Affeldt (64) an der Spitze der Feuerwehren im Kreis Pinneberg. Eine Zeit, in der er nicht nur feuerwehrtechnischer Berater des Landrats war, sondern auch so manchen Einsatz begleitete. Morgen Abend endet seine Amtszeit und er wird seine Position an den designierten Kreisbrandmeister Frank Homrich übergeben. Zeit, um mit Affeldt noch einmal über die Passion für die Feuerwehr, ein langwieriges Großbauprojekt an der Kreisfeuerwehrzentrale und den Ruhestand zu sprechen.

Was bedeutet Feuerwehr für Sie?

Affeldt: Feuerwehr ist der rote Faden in meinem Leben. Das habe ich erst im Nachhinein gemerkt. Erst hatte ich keine Ambitionen und dann hat es sich so ergeben. Nach ein paar Jahren war ich Gruppenführer in Borstel-Hohenraden, mit 29 Jahren wurde ich Wehrführer. Das wollte ich nie werden, aber man hat mich dazu überredet. Und daraus sind 24 Jahre geworden.

Und wie kam es dazu, dass Sie sich im Kreisfeuerwehrverband Pinneberg engagieren?

Ich war seit 1992 als Beisitzer im Kreisfeuerwehrverband. Wie es dazu kam, ist eine witzige Geschichte: Meine Frau Frauke und ich waren mit Freunden im „Lindwurm“ in Kummerfeld und kaum wollten wir gehen, kamen andere Freunde. Also blieben wir noch. Kurz darauf kam der Vorstand, die hatten gerade Sitzung gehabt, und überredeten uns noch ein bisschen zu bleiben. Gerd Duwe, der damalige Kreiswehrführer, bearbeitete mich, ich solle doch im Vorstand mitarbeiten. Dazu habe ich dann gesagt: ‚Wenn Frauke ja sagt‘. Was ich nicht wusste: Gleichzeitig wurde sie bearbeitet.

Hatten Sie Ambitionen einmal Chef zu werden?

Kreiswehrführer wollte ich überhaupt nicht werden. Drei Jahre lang hat Gerd Duwe probiert, mich zu überzeugen. Frauke hat zu mir gesagt: ‚Feuerwehr ist Dein Leben, mach das.‘ Und dann habe ich irgendwann okay gesagt.

Wie hat sich die Feuerwehr in Ihrer Amtszeit verändert?

Inzwischen wird deutlich mehr elektronisch kommuniziert. Als alter Hase bin ich es gewohnt, dass man noch persönlich miteinander spricht. Man kommt schneller zu Lösungen, wenn man spricht. Elektronisch kann man keine Kameradschaft aufrecht erhalten.

Welche Momente waren besonders?

Ein absolutes Highlight ist der Erweiterungsbau der Kreisfeuerwehrzentrale. Es war toll, als ich in der fertiggestellten Halle stehen durfte.

Würden Sie, im Nachhinein betrachtet, das Amt wieder annehmen?

Ich habe viele schöne Sachen erlebt. Ich sage immer: ‚Ich würde es jederzeit wiedermachen, aber ich würde nicht sagen, dass ich auf keinen Tag verzichten würde.‘ Aber: Unterm Strich hat es Spaß gemacht.

Wie fühlt es sich an, nun Abschied zu nehmen?

Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ich bin jeden Tag in der Kreisfeuerwehrzentrale und habe mit den Mitarbeitern ein gutes Verhältnis. Wir haben hier so viel gelacht, das habe ich früher bei der Arbeit nicht. Und wenn es darauf ankommt, dann sind sie da. Aber, es gibt ein Leben nach der Feuerwehr. Ich freue mich, dass ich das so lange machen konnte – auch dank der Unterstützung meiner Familie.

Ist es Zeit zu gehen?

Die Vernunft in mir sagt: ‚Es ist an der Zeit.‘ Man muss nicht bis zum Schluss am Stuhl kleben bleiben. Ich bin 64 Jahre alt. Feuerwehr fängt mit zehn Jahren an. Es ist Zeit, Platz für Jüngere zu machen

Ist es ein endgültiger Abschied?

Nein, in Borstel-Hohenraden bleibe ich Feuerwehrmann. Außerdem werde ich mich noch im Katastrophenschutz und bei der Übungsplanung beteiligen.

Wie geht es denn nun, nach zwölf Jahren Ehrenamt bei der Feuerwehr, weiter?

Ich werde mich mehr um meine Familie kümmern. In erster Linie um meinen kleinen Enkel Paul. Ich freue mich schon darauf, mich mehr mit ihm zu beschäftigen. Außerdem werde ich meine Hobbys ausgraben. Mein Motorrad wieder rausholen. Und mein größter Traum ist ein Projekt: Ich habe mir einen Bauwagen gekauft, den ich ein bisschen ausbauen will. Dann wollen wir, wenn meine Frau auch in Rente ist, mit dem Bauwagen, davor ein kleiner Trecker, Schleswig-Holstein bereisen.

Als Kreiswehrführer waren Sie Bindeglied zwischen Feuerwehr und Verwaltung, war das manchmal schwierig?

Es gab Gelegenheiten, wo mal verhandelt werden musste. Aber in diesen zwölf Jahren hatten wir keine Sitatuation, in der etwas eskaliert ist. Wir haben zwischen Feuerwehr und Verwaltung ein gutes Verhältnis mit regelmäßigen Treffen, wo bereits vieles auf kurzem Dienstweg geklärt wird.

Gibt es einen Unterschied zwischen den Wehren?

Für mich gab es keine kleinen und großen Wehren, sondern einfach Feuerwehren. Die Größe ist doch egal, unterm Strich wollen wir alle dasselbe. Ich wünsche den Wehren für die Zukunft ein gutes Miteinander, eine gute Kameradschaft und dass sie ihr Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Möchten Sie Ihrem Nachfolger noch etwas mit auf den Weg geben?

Gut Ding will Weile haben. Ich wünsche ihm eine glückliche Hand.

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