zur Navigation springen

Jugendbeirat Pinneberg : Es geht hier um Demokratie

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die 12- bis 21-Jährigen Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats wählten ihre Vertreter bisher per Briefwahl. Das könnte sich bald ändern.

von
erstellt am 20.Feb.2015 | 16:00 Uhr

Pinneberg | Demokratie versus Geld: Die 12- bis 21-Jährigen Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirats (KJB) wählten ihre Vertreter bisher per Briefwahl. Das könnte sich bald ändern. Denn bei der vergangenen Wahl beteiligten sich weniger als 300 der 3000 Wahlberechtigten. Das ist eine Quote von unter zehn Prozent. Aufgrund der angespannten Wirtschaftslage überlegt der Rat die Kosten von 4200 Euro – 2000 Euro für Porto, 2000 Euro für die Wahlunterlagen und 200 Euro für die Bekanntmachung – einzusparen. Stattdessen könnte der Rat den KJB wählen. Das Wahlverfahren ist Thema bei der nächsten Ratsversammlung am Donnerstag, 26. Februar.

Der Kinder- und Jugendbeirat sprach sich vorab deutlich für das bisherige Wahlverfahren aus: „Es ist wichtig, dass uns Jugendliche wählen, die wir vertreten“, sagte der KJB-Vorsitzende. Einzig Jan Kubel sprach sich für eine Änderung aus: „Der Rat kann besser beurteilen, wer für die Arbeit geeignet ist“, argumentierte er. Zudem stünden die Kosten aus seiner Sicht in keinem Verhältnis zur Wahlbeteiligung. „Wenn ich ein paar Leute anspreche, dann bekomme ich meine Stimmen“, sagte Kubel. „Wenn der Rat uns wählt, bekommen die Kinder gar nicht mit, dass wir existieren“, warnt Melina Pilgenröther und ergänzt: „Es geht hier nicht darum, ob der Rat das besser entscheiden kann, sondern um Demokratie.“ So sah es auch Felten: „Wenn man sich vor der Ratsversammlung als toller Hecht verkauft, heißt das nicht, dass man der beste Kandidat für die Jugendarbeit ist.“

Welchen Einfluss die Politik auf den KJB hat, erlebten einige Schüler der Johannes Brahms Schule. Im Rahmen eines Schulprojektes bereiten diese für Samstag, 28. März, eine Frühlingsolympiade für alle Pinneberger Schüler der Klassen drei bis sechs vor, bei der die kognitiven und sozialen Fähigkeiten gefördert werden sollen. Um die Veranstaltung zu finanzieren wandten sich die Schüler an den KJB. Doch bis auf 100 Euro ist dort die Kasse aktuell leer. „Solange es keinen Haushalt gibt, haben wir auch kein Budget“, sagte Felten. Beim KJB wurde einstimmig beschlossen, die Veranstaltung der Brahms-Schüler zu unterstützen. Über die Form müsse noch verhandelt werden.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen