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Rellingens CDU-Chef im Interview : „Es gab atmosphärische Störungen“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Eckhard Schlesselmann hört nach 25 Jahren als Vorsitzender der Rellinger Christdemokraten auf - und redet Klartext.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2013 | 12:00 Uhr

Eine Ära endet. Eckhard Schlesselmanns Nachfolger wählen die Christdemokraten am Mittwoch, 18. September, ab 19 Uhr im „Rellinger Hof“. Im Interview mit unserer Zeitung nennt der amtierende Vorsitzende die Gründe für seinen Rückzug und erklärt, was er sich für die Zukunft seiner Partei wünscht.

Was sind die Gründe für Ihren Rückzug?

Schlesselmann: Ich habe den CDU-Vorsitz vor 25 Jahren übernommen und denke, es ist an der Zeit, das Amt in jüngere Hände zu geben. Die Entscheidung hatte ich allerdings schon Ende des vergangenen Jahres getroffen. Der zweite Grund ist, dass es nach der Kommunalwahl ein paar atmosphärische Störungen gegeben hat.

Wie ist denn nun die Stimmung innerhalb der CDU?

Wir haben vor der Kommunalwahl über die Spitzenpositionen gesprochen und uns geeinigt. Nach der Wahl wünschten einige aus meiner Partei aber andere Konstellationen. Letztendlich ist es aber doch bei den vor der Wahl getroffenen Absprachen geblieben. Weswegen überhaupt Änderungen geplant waren, kann ich nicht sagen.

Was hat sich eigentlich in der Politik in den vergangenen Jahrzehnten verändert?

Ich bin jetzt seit 39 Jahren in der Kommunalpolitik. Die heutige Zeit lässt sich mit früheren Jahren nicht mehr vergleichen, gerade was den persönlichen Einsatz angeht. Diejenigen, die in verantwortlicher Position in der CDU sind oder dorthin kommen werden, sind durch Beruf und Familie sehr stark eingespannt. Dadurch ist es schon aus zeitlichen Gründen schwierig, den Job so zu machen, wie wir es Jahrzehnte getan haben. Ich hoffe, dass ein paar Elemente beibehalten werden, die uns in der Vergangenheit zur absoluten Mehrheit verholfen haben. Ich wünsche mir, dass geschaut wird, worin die Wurzeln unseres Erfolges liegen und man daran anknüpft. Das schließt natürlich nicht aus, dass neue Ideen eingebracht werden.

Was fehlt der Politik aus Ihrer Sicht in der heutigen Zeit?

Sicherlich Persönlichkeiten wie unser ehemaliger Bürgervorsteher Albert Hatje. Die gibt es einfach nicht mehr. Mein Parteifreund gehört zu denen, die mich geprägt haben. Früher fing man als Lehrling an und kam erst später in verantwortliche Positionen. Heute wird in Parteien und auch Vereinen händeringend Personal gesucht. Da müssen viele Verantwortung übernehmen, obwohl ihnen dafür das Rüstzeug fehlt.

Wie sieht Ihre Zukunft in der Rellinger Politik aus?

Ich werde meine Arbeit als stellvertretender Bürgermeister und als Vorsitzender des Bauausschusses in dieser Legislaturperiode weiterführen. Davon könnten mich nur gesundheitliche Einschränkungen oder atmosphärische Störungen innerhalb der Partei abhalten. Die internen Probleme haben sich aber aus meiner Sicht gelegt.

Wie fällt Ihre Bilanz nach 25 Jahren aus?

Positiv war sicherlich, sich mit verschiedenen Themen und Menschen auseinanderzusetzen. Das hat mich persönlich enorm weiter gebracht. Auch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Verwaltung und größtenteils innerhalb der Gemeindevertretung ist bemerkenswert. Zudem hat mich sehr gefreut, dass ich bei der Kommunalwahl im Mai prozentual gesehen das beste Ergebnis aller Kandidaten erzielt habe.

Vor welchen Herausforderungen steht Rellingen in den kommenden Jahren?

Das größte Problem werden die Finanzen der Gemeinde sein. Politisch gestalten kann man nur, wenn Geld da ist. Um den Wohlstand Rellingens zu erhalten, brauchen wir weiterhin einen guten Mix an Gewerbetreibenden.

Wie sind die Perspektiven der Rellinger Christdemokraten?

Ich glaube nicht, dass der politische Gegner uns in die Opposition drängen kann, wenn wir vernünftige Arbeit leisten und den bewährten Kurs beibehalten.

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