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Pinneberger Tageblatt

23. September 2017 | 18:31 Uhr

Es fehlt ein Ärztlicher Direktor

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Unternehmen plant Nachfolgeregelung / Neue Kosten für Miete im Dienstleistungszentrum / Mehrere Stellen nicht nachbesetzt

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2014 | 16:00 Uhr

Gut neun Millionen Euro sollen die Verluste betragen, die die Regio-Kliniken im vergangenen Jahr eingefahren haben. Und auch im ersten Quartal dieses Jahres soll sich die Negativ-Entwicklung fortsetzen.

Nach Ansicht von Klinik-Insidern werden aufgrund der Entscheidung der Klinikleitung, die Verwaltung vom ehemaligen Uetersener Krankenhaus ins Elmshorner Dienstleistungszentrum (EDZ) zu verlagern, weitere Miese gemacht. Etwa 300 000 Euro Miete soll der neue Standort das Krankenhausunternehmen jährlich kosten. Am derzeitigen Standort in Uetersen habe es allein in Sachen Brandschutz einen Sanierungsstau von zirka 500 000 Euro gegeben, hält Regio-Kliniken-Sprecher Sebastian Kimstädt dagegen. Außerdem werde das Bildungszentrum ebenfalls in das EDZ verlegt, wodurch zusätzlich Mietkosten vermieden würden.

Gespart worden ist nach Informationen dieser Zeitung bei den Personalkosten. Etwa 100 Stellen sollen in den vergangenen Jahren nicht wieder besetzt worden sein. Damit, so heißt es, würden jährlich zirka fünf Millionen Euro gespart. Umso erstaunlicher sei vor diesem Hintergrund der enorme Anstieg der Verluste, wird kritisiert.

Regio-Sprecher Kimstädt hatte im Herbst einen Einstellungsstopp dementiert, aber eingeräumt, dass nicht alle freiwerdenden Stellen wieder besetzt würden. Doch einen Abbau von 100 Stellen weist er energisch zurück: „Wir haben deutlich weniger Stellen nicht nachbesetzt und damit unsere Personaldecke der wirtschaftlichen Entwicklung angepasst.“ Dennoch, so heißt es intern, zeige der Personalabbau Wirkung. Denn immer öfter habe es in den vergangenen Wochen Beschwerden gegeben, weil Patienten zum Teil stundenlang in der Notfallambulanz hätten warten müssen.

Den Plan der Einrichtung eines Traumazentrums halten Klinik-Insider für Unfug. In der Regel würden Schwerstverletzte gleich in eine Spezialklinik nach Hamburg geflogen. Erst Recht, wenn – wie geplant – der Hubschrauberlandeplatz dem Neubau der Rettungsleitstelle weichen muss. „Es fehlt bei Regio das medizinische Konzept. Die Struktur ist ziel- und planlos“, sagt ein Kritiker.

Dazu passe, dass viele Ärzte das Unternehmen verlassen hätten oder sich mit Abwanderungsgedanken tragen sollen. So hatte der Ärztliche Direktor Dr. Thorsten Wygold Ende des vergangenen Jahres die Regio-Kliniken in Richtung Greifswald verlassen. Der, auf den einige seiner Aufgaben übertragen wurden, ist ebenfalls schon wieder weg. Nach wie vor gibt es keinen Ärztlichen Direktor. „Es wird bald eine Nachfolgeregelung geben“, sagt Kimstädt.

Für Dr. Ernst Thies, Chefarzt der Chirurgie in Elmshorn, der in den Ruhestand geht, gibt es zwar mit Dr. Ulf Niemann einen Nachfolger. Doch für einen ausscheidenden Gefäßchirurgen fehlt der Nachfolger. Dazu Kimstädt: „Das Bewerbungsverfahren für einen Gefäßchirurgen läuft. Die Bewerberlage ist gut. Außerdem ist Herr Dr. Niemann ebenfalls Gefäßchirurg.“

Insgesamt sei die Stimmung im Unternehmen gedrückt, sagt ein Regio-Kenner. Es sei eine „sehr schwierige Entwicklung“.


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