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Pinneberger Tageblatt

20. November 2017 | 05:17 Uhr

Erzieher gehen auf dem Zahnfleisch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Kindergarten Hoher Krankenstand in Kummerfeld sorgt teilweise für „katastrophalen Fehlbedarf“ / Kaum Interesse an Frühdienst

von
erstellt am 12.Mai.2017 | 16:00 Uhr

„Wir hoffen, dass mit dem fortschreitenden Sommer der Krankenstand wieder sinkt“, sagte Elfie Rohde-Borowski, Leiterin der Kita St. Martin in der Sitzung des Sozial-, Schul-, Sport und Kulturausschusses der Gemeinde Kummerfeld. Von Januar bis April fehlten durchschnittlich 3,5 der 16           pädagogischen Kräfte. „Mit so einem hohen Krankenstand kann es nicht weitergehen“, erläuterte ihre Kollegin Wiebke Lohse-Leowald. Während die in der alten Schule untergebrachten „Hippos“ gut betreut seien – mindestens zwei Betreuer müssen bei der Gruppe sein, habe es im Haupthaus teilweise einen „katastrophalen Fehlbedarf gegeben“.

„Ich fange morgens um 7     Uhr an, um erstmal zu schauen, wer überhaupt verfügbar ist. Wenn in der Alten Schule nur eine Kraft da ist, müssen wir dann flexibel umplanen“, so Lohse-Leowald. Zwar seien in diesem Jahr drei Fachkräfte dazu gekommen, um Vakanzen durch Elternzeit zu decken, doch reiche es derzeit nicht. „Wir müssen über Monate täglich entscheiden, wie die Kinder betreut werden. Wir müssen jeden Morgen überlegen, ob wir die Betreuung einschränken müssen“, sagte Lohse-Leowald. Daher haben die beiden Kita-Leiterinnen die Idee entwickelt, an der Bundesstraße eine zweite Gruppe einzurichten.


Elementargruppe oder Krippenhaus?


„Wir führen Gespräche mit dem Kreis“, sagte Rohde-Borowski. Dabei werde zweigleisig gefahren. Es werde zum einen geprüft, ob eine zweite Elementargruppe untergebracht werden kann oder ob zum anderen die Alte Schule komplett als Krippenhaus genutzt werden könne. Für die zweite Variante sah Bürgermeisterin Erika Koll (SPD) aber wenig Chancen: „Das wird sicherlich vom Kreis abgelehnt. Die Idee gab es schon einmal und wurde verworfen.“

Positiv bewerteten die Kita-Leiterinnen allerdings die Situation im Team selbst. „Trotz der Situation gibt es einen großen Zusammenhalt. Dafür bin ich dem Team dankbar“, sagte Rohde-Borowski. Die Mitarbeiter würden sich aktiv einbringen, um Lösungen für die verzwickte Situation zu finden. „Wir haben gute Leute, aber auch die sind mittlerweile platt und manchmal von der Situation frustriert, dass es kaum Planungssicherheit gibt“, sagte Lohse-Leowald.

Zukünftig will die Kita ihre Betreuungsangebote einschränken. Eltern sollen sich für mindestens sechs Monate für bestimmte Betreuungszeiten festlegen. „Das ist ein unglaublicher Verwaltungsaufwand. Zudem ist die Wirtschaftsplanung sehr kompliziert und wir wollen die Übersichtlichkeit der Gruppen verbessern und damit die Sicherheit der Kinder“, betonte Lohse-Leowald. Zudem soll eine Bedarfsanalyse durchgeführt werden, um die Wünsche der Eltern zu ermitteln. „Die Früh- und Spätbetreuung verwundert uns“, so die Kita-Leiterin. Von den 94 Kindern würden aktuell zehn die Frühbetreuung ab 7.30 Uhr nutzen und elf die Spätbetreuung bis 16 Uhr. „Vielleicht passen die Zeiten nicht und die Belegung wäre besser, wenn wir früher anfangen würden. Das wollen wir rausfinden“, sagte Lohse-Leowald.

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