Erfahrungsaustausch mit Brötchen : Erstes Handwerkerfrühstück in Rellingen

Sie hätten sich mehr Frühstücksgäste gewünscht: Bürgermeisterin Anja Radtke (v. l.), Wirtschaftsförderer Harald Poppner, Lars Lüthje von der Handwerkskammer Lübeck und Referent Stefan Stengel von der Hamburger Global Consult GmbH.
Sie hätten sich mehr Frühstücksgäste gewünscht: Bürgermeisterin Anja Radtke (v. l.), Wirtschaftsförderer Harald Poppner, Lars Lüthje von der Handwerkskammer Lübeck und Referent Stefan Stengel von der Hamburger Global Consult GmbH.

Referent war Lars Lüthje von der Handwerkskammer Lübeck. Richtige Strategie für soziale Netzwerke.

shz.de von
27. Juli 2015, 14:30 Uhr

Rellingen | Stefan Stengel hatte beim ersten Rellinger Handwerkerfrühstück schon eine gute Stunde lang „Facebook, Twitter & Co. – Fluch und Segen sozialer Netzwerke“ – so nannte er seinen Vortrag – ausgelotet, da stöhnte ein Zuhörer auf, man brauche wohl einen Vollzeitexperten im Betrieb, um dafür gerüstet zu sein.

„Vielleicht“, erwiderte der Referent, aber viel schlimmer sei es, den Kopf in den Sand zu stecken, denn: „Die sozialen Netzwerke sind nicht etwa eine Modeerscheinung. Die bleiben. Die kriegen wir nicht wieder weg.“ Wer für den Umgang damit keine richtige Strategie entwickle, werde auf der Strecke bleiben.

Genau um diese Strategie ging es. Schnell zeigte sich, dass die meisten Teilnehmer solide Kenntnisse der Internet-Kommunikation mitbrachten. Deswegen organisierte Stengel die zwei Stunden im Rathaus nicht als Referat mit Aussprache, sondern eher wie ein Fachgespräch. Jeder konnte einbringen, was er oder sie mit Facebook, Whatsapp, Xing, Linkedin, Twitter, Youtube und anderen schon an Erfahrungen gesammelt hatte, und Fragen dazu wurden sofort behandelt. Das machte den Ablauf bei aller verwirrenden Komplexität des Themas spannend und lebendig.

„Wie erzeuge ich Aufmerksamkeit für meine Firma und mein Produkt? Wie stelle ich mich erfolgreich da? Wie netzwerke ich am besten?“ Und nicht zuletzt: „Was tun, wenn ein ‚shitstorm‘ tobt? Wie gehe ich mit negativen Nachrichten um, die über mich verbreitet werden?“ Das waren Fragen, die allen unter den Nägeln brannten.

Für Jasmin Göttsche und Lars Damrau von der Rellinger Firma Prüter-Service war der Umgang mit sozialen Netzwerken nicht neu und gerade deshalb so spannend. (Foto: Stolzenberg)
Für Jasmin Göttsche und Lars Damrau von der Rellinger Firma Prüter-Service war der Umgang mit sozialen Netzwerken nicht neu und gerade deshalb so spannend. (Foto: Stolzenberg)
 

Das Netzwerken passierte ganz altmodisch auch an Ort und Stelle. Schreinermeister Andreas Berg freute sich, neue Leute kennenzulernen. Tischlermeister Günther Grabe war voller Wissbegierde dabei. Ebenso Malermeister Oliver Timm. Lars Damrau vom Brandschaden- und Gebäudesanierer Prüter Service hatte seine Internet-Administratorin Jasmin Göttsche mitgebracht.

Insgesamt blieb die Resonanz auf die Einladung zum ersten Handwerkerfrühstück allerdings hinter den Erwartungen der Verwaltung zurück. Etwa zehn Prozent der angeschriebenen Firmen hatten sich angemeldet und noch weniger kamen. „Fürs erste Mal passabel“, gab sich Bürgermeisterin Anja Radtke zufrieden. Lars Lüthje von der Handwerkskammer Lübeck machte Mut: Anderswo starte so ein Projekt auch oft holprig, ehe es angenommen werde.

Rellingens Wirtschaftsförderer Harald Poppner dachte schon etwas weiter und schlug vor, künftige Frühstückszusammenkünfte abwechselnd auch in Betrieben auszurichten. Die etwa 20 Gäste der Premiere im Rathaus verdankten der geringen Teilnehmerzahl zumindest einen Vorteil: Sie konnten üppig frühstücken, denn die Gemeinde hatte reichlich aufgetischt.

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