zur Navigation springen

Pinneberg : Erstes Fest „Brücken der Freundschaft“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Veranstaltet wird das Fest von der Awo und dem Verein für Bildung, Kultur und Völkerverständigung.

Pinneberg | Flucht, Fremdsein, Heimweh, Religion und Verständigung zwischen Migranten und Deutschen sowie zwischen den verschiedenen Nationen untereinander: Das waren die großen Themen am Mittwochabend beim ersten Interkulturellen Fest in der Begegnungsstätte der Awo in der Mühlenstraße 55 c. Unter dem Titel „Brücken der Freundschaft“ wurde dort allerlei Kultur geboten: Aferdita Halimi und Udo Auge lasen aus ihren Büchern zum Thema Migration vor, die Künstlerinnen Olga Fastovetz und Zakie Soltani stellten ihre Werke aus, eine afghanische Frauengruppe präsentierte ihre beeindruckend filigranen Handarbeiten. Für das Fest hatten sich die Pinneberger Ortsgruppe des Vereins für Bildung, Kultur und Völkerverständigung (BKV) und die Arbeiterwohlfahrt (Awo) für Bildung und Arbeit erstmals zusammengetan.

Halimi, Vorsitzende des BKV, las unter anderem von Startschwierigkeiten in der neuen Heimat und Religion. Danach entfachte sich eine Diskussion über den Islam und die Scharia. Ist Letztere eine Erleichterung für die Frauen, schafft sie mehr oder weniger Rechte? „Ich finde, die Medien stellen uns Frauen immer so da als lebten wir die Opferrolle“, sagte eine der Zuhörerinnen. Eine andere Besucherin erklärte: „Man muss stark unterscheiden zwischen Religion und dem was aus Religion gemacht wird.“

„Promi“-Projekbetreuerin Cristina Conrad freute sich ganz besonders darüber, die 20-jährige Künstlerin Soltani für die Veranstaltung gewonnen zu haben. „Es ist das erste Mal, dass sie ihre Werke präsentiert.“ Ihre Bilder zeigen Wälder und Wasser in sehr realistischer Weise. Die junge Frau kam vor fünf Jahren aus Afghanistan nach Deutschland und holt derzeit ihren Hauptschulabschluss nach. Und was bleibt außer den Erinnerungen an die Heimat? „Kulturelle Schätze wie zum Beispiel Handarbeit“, so Conrad. Abschließend lockte das Büfett mit orientalischen Aufstrichen wie Hummus und Auberginenpaste, frischem Brot, Oliven, Börek und anderen kulinarischen Köstlichkeiten. Auffällig: Es waren hauptsächlich Frauen mit Migrationshintergrund in der Mühlenstraße zu Gast. „Diese Menschen suchen den Kontakt, wollen sich beteiligen und etwas machen. Es ist schade, dass das in der Gesellschaft nicht so aufgenommen wird“, sagte Wolfram Gambke, Awo-Projektleiter, dazu. Und erläuterte: „Es herrscht eine Art freundliche Gleichgültigkeit gegenüber diesen Menschen.“

Die „Awo – Bildung und Arbeit“ ist eine gemeinnützige GmbH und seit mehr als 15 Jahren als Träger von Beschäftigungs- und Qualifizierungsmaßnahmen in Schleswig-Holstein tätig. Auch das „Promi“-Projekt gehört dazu. Der Name des Projekts steht für „pro Migranten“. Es soll den mit der Migration einhergehenden Problemen wie Berührungsängsten und Verständigungsschwierigkeiten entgegen wirken. Die Projektbetreuerin Cristina Conrad bietet im Promi-Treff in der Mühlenstraße 55c jeden Mittwoch von 15 bis 19 Uhr Hilfe zur Selbsthilfe für Migranten an. Sie ist erreichbar unter Telefon 04101-8557583.
Karte
zur Startseite

von
erstellt am 21.Nov.2014 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen