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Erste-Hilfe-Kenntnisse für den Notfall aufbessern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 08.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Mehre tausend Menschen sind 2013 im Kreis Pinneberg in Erster Hilfe ausgebildet worden. Von 2786 Kursteilnehmern in den Kreisen Pinneberg und Steinburg sprach Christian Kruse vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) Regionalverband Pinneberg/Steinburg. Mehr als 1000 Menschen nahmen laut Ausbildungsleiterin Carola Meyer an den Kursen der Johanniter Unfall-Hilfe im Kreis teil.

Zahlreiche Organisationen wie ASB, DRK, die Johanniter und die Malteser sowie private Anbieter werben mit Ausbildungsangeboten. Und doch bemängeln die Sprecher der Hilfsorganisationen den Erste-Hilfe-Wissensstand vieler Menschen. „Die meisten machen so einen Kursus einmal im Leben, weil sie ihn für den Führerschein brauchen. Doch nach einem halben Jahr haben viele die theoretischen Teile bereits vergessen“, so Kruse. „Praktisch ist es so, dass man in der Notfallsituation in seinem Hinterkopf gräbt und instinktiv sehr viel richtig macht. Doch es gibt immer den Moment danach, in dem sich Menschen fragen: Was hätte ich noch tun können? Manche machen sich dann Vorwürfe.“ Doch Kruse stellt auch klar: „Ich kann in Erster Hilfe nichts falsch machen. Es sei denn: Ich mache nichts.“ Das beherzte Hinschauen und Eingreifen sei wichtig, wie auch Christian Mandel, Sprecher der Rettungsdienst-Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH), betont. „Wir sehen nur das, was auf der Straße und im häuslichen Bereich an Vorarbeit geleistet wird. Einige Leute sind gut ausgebildet. Andere stehen daneben, staunen und machen gar nichts. Vielen fehlt der Blick dafür, dass jeder in eine Notlage geraten kann“, so Mandel. „Viele haben Angst, dem Patienten beispielsweise bei der Wiederbelebung eine Rippe zu brechen. Doch daran stirbt der Patient nicht. Und wenn der Ersthelfer gute Arbeit leistet, hat der Patient eine reelle Chance. Ich habe mir angewöhnt, mich bei den Ersthelfern zu bedanken, um sie zu motivieren. Jeder Führerscheininhaber sollte alle fünf Jahre einen Kurs nachweisen müssen. So hätten wir ein Riesennetz an Ersthelfern. Da wäre eine Menge möglich.“

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