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Pinneberger Tageblatt

12. Dezember 2017 | 02:22 Uhr

Erst Wirrwarr, dann Bühnenreife

vom

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Rellingen | Die erste Liebe. Schlag gegen organisierte Kriminalität. Vanilleeis mit Knusperkrümeln. Passt nicht zusammen? Passt wohl - in Rellingens Caspar-Voght-Schule (CVS) übten sich 22 Schüler im Improvisationstheater.

Für Lucie steht fest: Für die große Liebe würde sie auch in eine andere Stadt ziehen. Der Grund: Der gutaussehende Berliner, der ihr eben auf der Straße begegnet war. Es kommt zur Diskussion. Für Freundin Nancy kommt keine andere Stadt als Hamburg in Frage. Sie versucht, Lucie den Floh mit Berlin auszutreiben. An ihrem Arbeitsplatz im Eiscafé angekommen, bereitet Lucie mit ihrer Chefin alles für die Neueröffnung zum Frühjahrsbeginn vor.

Doch als erst das Eis des Monats spurlos verschwindet und dann auch noch VIP-Gast Robbie Williams absagt, scheint das Chaos perfekt. Ein neuer Show Act muss her. Die rettende Idee: ein Casting. "Berühmt werden will in dieser Stadt schließlich jeder", urteilt die Cafébesitzerin forsch.

Gleichzeitig treiben Dealer in der Stadt ihr Unwesen. Sie fühlen sich sicher und bleiben zunächst unerkannt. Dass sie längst im Visier eines pfiffigen Zivilfahnders stehen, ahnen sie nicht.

Während der Caféeröffnung laufen schließlich alle Fäden zusammen. Lucie muss feststellen, dass ihre große Liebe schon vergeben ist. Die Dealer werden festgenommen. Ihre Ware kommt zum Vorschein: Teesorten aus aller Welt.

"Hamburch Tach und Nacht", so lautet der Name des Projektes. Etwas Satire, viel Selbstironie. "Man erkennt die einzelnen Persönlichkeiten der Schüler", ist Lehrer Ole Erichson begeistert von dem Stück. Er hatte das Projekt zunächst mitbegleitet und konnte die Schüler an ihren Aufgaben wachsen sehen. "Erst die Individualität der Jugendlichen ließ das Theaterstück lebendig werden", fügt Projektleiterin Anja Zernecke hinzu.

Die Lehrerin ist sichtlich stolz auf ihre Zöglinge. Viele von ihnen verlassen im Sommer die Voght-Schule in Richtung gymnasiale Oberstufe oder ins Berufsleben. "Aus vielen wirren Assoziationen wurde am Ende ein bühnenreifes Stück", beschreibt Zernecke die positive Entwicklung.

Entstanden war das Projekt im Rahmen eines Wahlpflichtkurses "Darstellendes Spiel" der Jahrgänge 8 bis 10. Mit der Inszenierung wurde Neuland betreten. "Bislang hatten wir fertige oder umgeschriebene Stücke aufgeführt. Diesmal begannen wir bei null", erklärt Zernecke.

Anregungen hatten sich die Schüler auch in den Projekten der Suchtprävention geholt. In Zusammenarbeit mit der Arbeiterwohlfahrt (Awo) Rellingen setzt die Gemeinschaftsschule ein Präventionskonzept um. Zur Premiere im Info-Zentrum der Schule hatten sich außer Eltern und Schülern auch interessierte Rellinger eingefunden. Von den Einnahmen wird der Kurs gemeinsam Eis essen gehen können.

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