Neujahrsempfang in Ellerbek : „Erst kommt der Kassensturz“

Etwa 150 Gäste folgten der Einladung des Ellerbeker Bürgermeisters Günther Hildebrand (FDP) zum Neujahrsempfang.
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Etwa 150 Gäste folgten der Einladung des Ellerbeker Bürgermeisters Günther Hildebrand (FDP) zum Neujahrsempfang.

Ellerbek stoppt geplante Investitionen bis auf Weiteres. Freiwillige Leistungen der Gemeinde werden auf den Prüfstand gestellt.

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06. Januar 2015, 16:15 Uhr

Ellerbek | Für die Eltern der Ellerbeker Schulkinder, die täglich zu Fuß oder mit dem Fahrrad durch den Ihlweg müssen, ist das keine gute Nachricht: „Wir müssen nach Abschluss aller Baumaßnahmen erst einmal einen Kassensturz machen“, kündigte Bürgermeister Günther Hildebrand (FDP) während seiner Neujahrsansprache im Kulturzentrum am Rugenbergener Mühlenweg an. Damit werde auch der Bau des Fuß- und Radwegs am Ihlweg verschoben. Vordringlich sei zudem, ein Regenwasserrückhaltebecken zu bauen.

Der finanzielle Engpass sei zum einen der Erhöhung der Amts- und der Kreisumlage geschuldet. „Darüber hinaus hatten wir in dem Jahr, das für die Berechnung des kommunalen Finanzausgleichs herangezogen wird, erheblich mehr Gewerbesteuereinnahmen als davor und danach“, erläuterte Hildebrand. Das aber habe zur Folge, dass im Haushalt für 2015 700.000 Euro weniger zur Verfügung stünden. „Grundsätzlich müssen wir über alle freiwilligen Leistungen nachdenken – sei es die Sportförderung oder die Schwimmhalle“, so Hildebrand weiter.

Ein dringliches Problem spach der „Dorfchef“ mit der Flüchtlingsfrage an. „Dem Amt Pinnau sind derzeit knapp 50 Personen zugewiesen“, berichtete Hildebrand. Auf Ellerbek entfielen etwa 15 bis 20 Flüchtlinge, die derzeit noch in pensionsähnlichen Einrichtungen untergracht seien. „Wir haben noch keine konkreten Wohnungsangebote bekommen, deshalb heute noch einmal der eindringliche Appell: Wir benötigen Wohnraum“, so Hildebrand.

Für das Jahr 2014 seien im Amt Pinnau etwa 120.000 Euro für die Unterbringung der Flüchtlinge angefallen, erstattet würde jedoch lediglich die Hälfte davon. „Wir müssen diese Kosten reduzieren“, sagte Hildebrand im Hinblick auf das Haushaltsdefizit von etwa einer Million Euro.

Seinen besonderen Dank sprach Hildebrand nicht nur den Organisatoren der 550-Jahr-Feiern aus. „Alle, die mitgefeiert haben, trugen zum Erfolg bei – was nützt schließlich die beste Vorbereitung, wenn keine Besucher kommen?“, sagte er. „Es ist keine Übertreibung zu sagen: Das war ein grandioser Erfolg.“

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