WM-Aktion : Erst geklebt, dann genäht

Dem Ideenreichtum der Großmutter sei Dank: Das Sammelheft von 1978 ist noch heute in einem guten Zustand.
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Dem Ideenreichtum der Großmutter sei Dank: Das Sammelheft von 1978 ist noch heute in einem guten Zustand.

1978 ergriff Holger Hartwig, Chefredakteur des Pinneberger Tageblatts, die Leidenschaft für Panini-Sammelhefte.

shz.de von
27. Juni 2014, 12:00 Uhr

Pinneberg | 10 Pfennig – das war vor 36 Jahren die Chance auf das große Glück. 10 Pfennig kostete eine Tüte mit drei Sammelbildern. Ich war acht Jahre und zum ersten Mal packte uns auf dem Schulhof nicht das Spiel mit den Murmeln im Sand, sondern die Sammelleidenschaft. Statt einer Fruchtgummi-Zuckerbombe – dem bunten, süßen Smiley – gab’s vom Kiosk die Klebebildchen von Klaus Fischer, Berti Vogts, Sepp Maier oder wie sie alle hießen.

Das Ziel war schnell klar: Das Heft mit den knapp 400 Bildern musste voll werden. Koste es, was es wolle. Und ich habe es geschafft! Bis heute bin ich stolz auf dieses Sammelheft. Wenn ich das Heft heute in der Hand habe, dann fällt mir als erstes der besondere „Heftrücken“ auf.

Denn mein Sammelheft war am Ende voll, nur leider zerfleddert und es drohte auseinander zu fallen. Die rettende Idee kam von meiner Oma! Statt für eine Hose oder einen Bademantel – die guten alten Burda-Schnittmuster waren ja wohl perfekte Vorlagen – wurde die fußbetriebene Nähmaschine für mein Panini-Heft angeworfen. Dreimal hin, dreimal zurück – und die Seiten hatten eine neue Bindung. Nun hatte ich nicht nur ein volles Heft, sondern auch ein einzigartiges auf dem Schulhof. Und so mancher, der mit mir gesammelt hatte, war neidisch auf meine tolle Oma und mein repariertes Heft. Ach ja: 1978 blieb einzigartig. Statt Heftchen mit Bildern fing ich an, bis heute Bücher zu allen Fußballturnieren und Olympischen Spielen zu sammeln. Das älteste ist von Olympia1932 – leider nicht ganz vollständig – das eine oder andere Klebebild fehlt…

Wer hat das älteste Panini-Heft? Wer hat besondere Erinnerung an die Sammelzeit? Wir freuen uns auf Ihre Geschichten rund um die kleinen Klebebilder. Schicken Sie uns Ihre Erinnerung und gerne auch ein Foto von Ihnen und Ihrem Sammelheft. Mitmachen ist einfach: Senden Sie eine Mail an redaktion@a-beig.de oder beteiligen Sie sich bei unserem Aufruf auf unserer Facebook-Seite.
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