Erotikfilme als letzter Rettungsanker

Alles muss raus: Am 1. März startet in der Empire-Videothek ein großer Räumungsverkauf.
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Alles muss raus: Am 1. März startet in der Empire-Videothek ein großer Räumungsverkauf.

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06. Februar 2018, 16:00 Uhr

Nur noch ausgesuchte Video-Sammlerstücke können Kenner bei Waheed Lilienthal (Foto) ordern. VHS-Kassetten der ersten Star-Wars-Teile oder Disney-Klassiker hat der Videotheks-Betreiber noch im Angebot. Die Nachfrage aber ist gering. Dass das Geschäft nicht schon längst rote Zahlen schreibt, sei den Porno-Filmen geschuldet. „Die Erotikbranche hält uns stabil“, sagt Lilienthal. Pornos seien „schon immer ein wichtiges Standbein für Videotheken gewesen“. Daran habe sich bei allen neuen Trends bis heute nichts geändert. Nach wie vor gebe es jene Herren, die sich verschämt im vorderen Teil seiner Empire-Videothek umschauen würden, um dann rasch in den hinteren Teil zu huschen, sobald sie sich unbeobachtet fühlen. Dort hinten, auf rund der Hälfte der Gesamtfläche, sind die Erotik-Machwerke zu finden.

Wer Interesse an den Filmen aus Lilienthals Videothek hat: Am 1.  März soll ein großer Räumungsverkauf starten, der bis Ende des Monats laufen soll. „Alle Kauffilme auf DVD und Blue-ray gibt es dann für 3,99 Euro das Stück“, kündigt der 32-Jährige an – um gleich noch anzumerken: „Das gilt auch für die Erotikfilme.“ Das Aus seiner Elmshorner Videothek sieht Lilienthal nüchtern: „Was soll ich mich aufregen, ich kann ja eh gegen den Trend nichts machen.“

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